BERLIN - Aus deutschen Atomkraftwerken sind im vergangenen Jahr 126 Zwischenfälle gemeldet worden. Das bestätigte das Umweltministerium. „Die meldepflichtigen Ereignisse hatten keine oder eine geringe sicherheitspolitische Bedeutung“, sagte Ministeriumssprecher Michael Schroeren. Allerdings falle auf, dass mehr als die Hälfte der Fälle in älteren Reaktoren registriert worden sei, die vor 1980 in Betrieb gingen. „Das gibt uns Gründe, sehr genau zu prüfen, ob es tragbar ist, die Laufzeiten zu übertragen von jüngeren auf ältere Kraftwerke.“ Die Übertragung von Laufzeiten dürfe nicht zu Lasten der Sicherheit gehen, warnte Schroeren.

Die meisten Zwischenfälle gehen mit 15 Ereignissen auf das Kraftwerk Krümmel bei Hamburg zurück, das 1983 in Betrieb genommen wurde. Dahinter folgt Biblis B in Hessen (1976) mit 14 und Brunsbüttel in Schleswig-Holstein (1976) mit elf Pannen. Meldepflichtig sind auch kleinere Vorfälle wie der zeitweise Ausfall von Stromsystemen oder Pumpen.