BERLIN - BERLIN/AFP/DPA - Die deutschen Atomkraftwerke sollen mit Störsendern und Nebeltarnung besser vor Terroranschlägen aus der Luft geschützt werden. Das Bundesumweltministerium verständigte sich nach eigenen Angaben mit den Betreibern der Kraftwerke auf ein Konzept und setzte strenge Auflagen durch. Damit könne „die Wahrscheinlichkeit von wirksamen Treffern durch terroristische Flugzeugangriffe signifikant gesenkt werden“, teilte Ministeriumssprecher Michael Schroeren am Freitag in Berlin mit. Das Konzept ist eine Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 in New York.
Mit Störsendern soll verhindert werden, dass ein Verkehrsflugzeug über einem Atomkraftwerk mit Hilfe von satellitengestützten Navigationssystemen zum Absturz gebracht wird. Die Kraftwerksbetreiber hatten eine Tarnung mit künstlichem Nebel vorgeschlagen. „Die Störsender sind auf unser Drängen hin Bestandteil des Konzepts geworden“, sagte Schroeren. Die Betreiber hätten die Anforderungen der Bundesatomaufsicht akzeptiert. Sie würden nun die Genehmigung formell beantragen. Das System werde allerdings keinen absoluten Schutz bieten, jedoch das Risiko senken.
Nach Angaben des Umweltressorts wollten die Betreiber ursprünglich die Pläne mit dem Land Niedersachsen, das Trägerin eines Pilotverfahrens am Atomkraftwerk Grohnde ist, ohne förmliche Genehmigung umsetzen. Das Ministerium von Jürgen Trittin (Grüne) hatte ihrem „Tarnkonzept“ nur zustimmen wollen, wenn die Wirksamkeit nachgewiesen werde. Es hatte auch bemängelt, dass die Betreiber keine Vorkehrungen gegen die Gefahr mehrfacher Anflüge vorsahen, bevor Abfangjäger eintreffen können.
„Wir werden so schnell wie möglich an die Umsetzung gehen“, sagte die Sprecherin von Eon-Kernkraft, Petra Uhlmann, am Freitag.
Ministerium: www.bmu.de
