BERLIN - Vor dem Hintergrund des Streits um eine Neuregelung der Sicherungsverwahrung gefährlicher Straftäter fordern Kinderschutz-Organisationen einen Krisengipfel im Kanzleramt.

Der Vorsitzende der Deutschen Kinderhilfe, Georg Ehrmann, sagte in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, dass das Thema keinen Aufschub dulde: „Die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten der Länder müssen den Reformknoten durchschlagen.“ Auch der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, warnte davor, einen „politischen Streit auf dem Rücken schutzloser Kinder auszutragen“. Er habe kein Verständnis dafür, dass Bund und Länder es nicht schafften, eindeutige gerichtliche Vorgaben für eine Reform der Sicherungsverwahrung kurzfristig umzusetzen.

Das Eckpunktepapier von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) zur Sicherungsverwahrung hält Ehrmann für völlig unzureichend: „Die Ministerin neigt als ehemalige Strafverteidigerin offensichtlich eher zur Wahrung der Rechte des Täters als zum Opferschutz.“

Die Politik diskutiert derzeit kontrovers über die bis 2013 zwingend anstehende Reform der Sicherungsverwahrung für Schwerverbrecher. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) legte in der vergangenen Woche Eckpunkte vor, die aber einigen Politikern von Union und SPD nicht weit genug gehen. Sie fürchten um die Sicherheit der Bevölkerung und warnen vor der Gefahr rückfälliger Sexualstraftäter.