Berlin/Bamako - Die Geiselnahme in einem Hotel mit 21 Toten in Mali heizt die Debatte über das künftige Bundeswehr-Engagement in dem westafrikanischen Krisenstaat weiter an. Die Bundesregierung zeigte sich am Wochenende bereit, die französischen Streitkräfte bei ihrem globalen Anti-Terror-Kampf stärker als bislang zu unterstützen.
Wenn Frankreich Entlastung in Mali wolle, „dann werden wir sie natürlich auch dabei unterstützen“, sagte Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) mit Blick auf den internationalen Militäreinsatz in Mali. Er erwarte, dass die französische Regierung ihre Anforderungen in den kommenden Tagen konkretisieren werde.
Als Teil einer europäischen Ausbildungsmission halten sich aktuell 208 Bundeswehr-Kräfte im Süden Malis auf. Außerdem sind die Deutschen mit neun Soldaten am Stab der UN-Friedensmission Minusma in Bamako beteiligt.
In Berlin wird erwogen, den Bundeswehr-Einsatz auf den unruhigen Norden Malis auszuweiten. Der Obmann der Linksfraktion im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages positionierte sich skeptisch dazu: „Wir sind dagegen, dass die Bundesregierung Hunderte Soldaten zu einem Kampfeinsatz in den Norden Malis schickt“, sagte Stefan Liebich der „Berliner Zeitung“. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sagte dem Sender Phoenix, er befürworte einen Militäreinsatz gegen Islamisten und eine Bundeswehrbeteiligung in Mali.
Wie instabil der Krisenstaat nach wie vor ist, zeigte der Angriff auf das bei Ausländern beliebte Luxushotel Radisson Blu in der Hauptstadt Bamako. Bei der Geiselnahme und anschließenden Stürmung des Gebäudes seien 21 Menschen – einschließlich zweier Angreifer – getötet worden. Die beiden Terroristen hätten wahrscheinlich nicht allein gehandelt, sagte ein Sprecher des Ministeriums für Innere Sicherheit.
Frankreich vermutet hinter dem Terrorangriff den einäugigen Al-Kaida-Veteranen Mokhtar Belmokhtar, der vor Monaten von der libyschen Regierung für tot erklärt worden war und als Anführer des Terrornetzwerks im nördlichen Afrika gilt.
