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NWZonline.de Nachrichten Politik

Immer mehr Pflegebedürftige

19.09.2017

Berlin Die Zahl der Pflegebedürftigen ist seit Jahresbeginn deutlich angestiegen. Bei den Pflegekassen waren im vergangenen Jahr 2,75 Millionen Männer und Frauen registriert. Ende Juni dieses Jahres waren es 3,1 Millionen und damit 350 000 Menschen oder 12,9 Prozent mehr. Das geht aus einer Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Fraktion hervor. Die Antwort liegt unserer Berliner Redaktion vor.

Hier Grafik zur Pflege als PDF.

Gegenüber 1999 ist die Zahl der Pflegebedürftigen um mehr als die Hälfte (54 Prozent) gestiegen, vor acht Jahren lag sie bei gut zwei Millionen. Wie aus der Antwort des Ministeriums weiter hervorgeht, werden heute auch deutlich mehr Menschen ausschließlich zu Hause von ihren Angehörigen versorgt. Hier stieg die Zahl von einer Million im Jahr 1999 auf 1,4 Millionen im Jahr 2015. Die Hälfte der Pflegebedürftigen wurde 2015 daheim betreut.

Seit 1999 gibt es auch mehr Pflegepersonal. Bei ambulanten Pflegediensten waren 1999 insgesamt 183 000 Menschen beschäftigt, 2015 waren es 355 000. In Pflegeheimen wuchs die Zahl der Beschäftigten von 441 000 auf 730 000. Darin enthalten sind auch Auszubildende sowie ungelernte Kräfte.

Die Linksfraktion sieht im starken Anstieg der Zahl der Pflegebedürftigen ein Alarmsignal: „350 000 pflegebedürftige Menschen mehr in sechs Monaten offenbaren einen gewaltigen politischen Handlungsbedarf“, sagte Vizefraktionschefin Sabine Zimmermann im Gespräch mit unserer Berliner Redaktion. „Die bisherige Politik setzt auf Angehörige als Ersatzpflegedienst der Nation. Während in Pflegeheimen Aufnahmestopps verhängt werden, weil Pflegekräfte fehlen, sollen die Angehörigen noch stärker in die Bresche springen.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz wollen sich für eine bessere Bezahlung von Pflegekräften einsetzen, haben aber keine konkreten Vorschläge dafür unterbreitet. „Die hilflosen Antworten der Kanzlerin lassen auch in Zukunft ein ‚weiter so‘ befürchten“, sagte Zimmermann. Statt höherer Beiträge zur Pflegeversicherung sei eine gerechte Finanzierung notwendig. „Es ist höchste Zeit für die Solidarische Pflegeversicherung, in die alle mit allen Einkommen einzahlen.“ Jede neue Bundesregierung müsse sich daran messen lassen, ob Menschen in Deutschland besser gepflegt würden.

Tobias Schmidt
Korrespondentenbüro Berlin
Tel:
0441 9988 2018
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