• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik

Gesine Schwan meldet ihre Kandidatur an

02.07.2019

Berlin Seit Montag läuft das Bewerbungsverfahren. Als erste Kandidatin für das Amt des SPD-Vorsitzes bekräftigt Gesine Schwan ihre Bewerbung. „Ich würde es als demütigend empfinden, wenn sich über Wochen hinweg niemand um diese Spitzenposition bewerben würde“, sagt Schwan und fügt hinzu: „Deshalb habe ich mich entschieden, zu kandidieren. Ich habe heute keine Feinde in der SPD.“

76 Jahre alt ist die Politikprofessorin, sie leitet die SPD-Grundwertekommission und hat zwei Mal für das Amt des Bundespräsidenten kandidiert. Nun will Schwan ihrer Partei etwas zurückgeben. Die SPD „ist immer wieder davor zurückgeschreckt, heikle Themen anzusprechen. Das war ein Teil des Problems. Ich glaube, dass wir das wieder wagen müssen“, formuliert Schwan ihren Führungsanspruch. Ob es aber zu einem Duo mit Juso-Chef Kevin Kühnert kommt, seit Montag 30 Jahre alt, ist offen. „Ich habe mit ihm gesprochen“, räumt Schwan immerhin ein.

Zwei Monate lang läuft die Bewerbungsfrist um das „schönste Amt nach dem Papst“, wie es der frühere SPD-Vorsitzende Franz Müntefering mal genannt hat. Im September sollen dann die Mitglieder befragt werden. Die endgültige Entscheidung trifft formal ein SPD-Parteitag im Dezember – auch mit Blick auf das deutsche Parteienrecht, das eine formale Urwahl eines Parteichefs ausschließt.

Ausdrücklich hat die kommissarische Parteiführung um Malu Dreyer zu gemeinsamen Bewerbungen für die Doppelspitze aufgefordert. Noch wird sondiert und spekuliert über Kühnert. Der Juso-Chef und die intellektuelle Alt-68erin Schwan – für manche in der Partei ist das eine Traumduo, für andere eher ein Albtraum. Die SPD bittet zum Paarlauf. Aber noch will sich kein Pärchen finden. „Wir sind am ersten Tag und mitten in der Sommerpause. Bis zum 1. September wird sich da noch viel bewegen“, sagt SPD-Vize Ralf Stegner unserer Berliner Redaktion.

Bislang hat sich nur Schwan erklärt. Andere wie Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, der nordrhein-westfälische Fraktionschef Thomas Kutschaty und Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius haben ihre Bereitschaft angedeutet. Ambitionen werden auch SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil nachgesagt. Außenminister Heiko Maas wird als SPD-Chef ebenfalls gehandelt, er äußert sich zuletzt auffallend häufig zu innenpolitischen Themen. Weitere Bewerbungen nicht ausgeschlossen.

Die SPD ist in einer der schwersten Krisen seit ihrem Bestehen. Nach den desaströsen Ergebnissen bei der Europawahl und den Wahlen zur Bremischen Bürgerschaft hatte Andrea Nahles ihre Ämter als Parteichefin und Fraktionsvorsitzende aufgegeben.

Viele befürchten, dass nun die Personaldebatte zu einer lähmenden Selbstbeschäftigung in der SPD führt. Nicht wenige fürchten, dass dies auch die Große Koalition lähmen könnte.

Peter Riesbeck Korrespondentenbüro Berlin
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2018
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.