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NWZonline.de Nachrichten Politik

Studie: Angst vor Kriminalität steigt

03.04.2019

Berlin Immer mehr Menschen in Deutschland haben Angst vor Kriminalität. Mehr als jeder Fünfte fühlte sich 2017 nachts beim Schritt vor die eigene Haustür unsicher – fünf Prozentpunkte mehr als fünf Jahre zuvor. Das geht aus einer Untersuchung des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht (MPI) und des Bundeskriminalamts (BKA) hervor. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), sein schleswig-holsteinischer Amtskollege Hans-Joachim Grote (CDU) und BKA-Chef Holger Münch präsentierten die Studie am Dienstag in Berlin. Sie soll in Zukunft alle zwei Jahre erscheinen.

Von „erfreulichen Zahlen“ sprach Seehofer mit Blick auf die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS): Die dort verzeichneten 5,39 Millionen Straftaten stellten den niedrigsten Stand seit 1992 dar. „Deutschland ist eines der sichersten Länder der Welt“, sagte er.

Aussagekraft

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Die Statistik hat Schwächen. „Der Umfang des Dunkelfelds der nicht angezeigten Delikte bleibt jedoch offen und verzerrt die Statistik“, warnt der AfD-Abgeordnete Gottfried Curio. Das ist aber auch den Autoren bewusst: „Die PKS bietet kein exaktes Spiegelbild der Kriminalitätswirklichkeit, sondern eine je nach Deliktsart mehr oder weniger starke Annäherung an die Realität“, heißt es in der Einleitung. Schließlich weiß niemand genau, von wie vielen Taten die Polizei nie erfährt. Aussagen über Trends liefere die Statistik aber schon, sagt BKA-Chef Münch. Denn der Anteil der Taten, die zur Anzeige gebracht werden, sei recht stabil. Das folgert er aus Befragungen dazu, in welchem Ausmaß Menschen in Deutschland Opfer von Kriminalität geworden sind.

Sicherheitsgefühl

Immer mehr Bürger fühlen sich nachts in ihrer Wohngegend unsicher. Rund jeder Fünfte gab das bei der Befragung 2017 an. 2012 waren es noch fünf Prozent weniger. Menschen mit Migrationshintergrund, und dabei insbesondere solche mit türkischen Wurzeln, sehen höhere Risiken. Fast neun Prozent aller Befragten hielten es für ziemlich oder sehr wahrscheinlich, innerhalb des kommenden Jahres Opfer eines Terroranschlags zu werden.

Risiko

Am wahrscheinlichsten ist es, Opfer von Betrug bei Waren oder Dienstleistungen zu werden oder mit Schadsoftware in Kontakt zu kommen. Das passiert pro Jahr 4,7 beziehungsweise 4,5 Prozent der Menschen. Persönlicher Diebstahl betraf 3,1 Prozent, Opfer von Körperverletzungen waren 3 Prozent.

Aufklärungsquote

56,5 Prozent der Straftatten wurden 2018 aufgeklärt, nach 57,1 Prozent im Jahr davor. Solche Veränderungen haben aber – wie die Quote insgesamt – eine begrenzte Aussagekraft.

Häufigste STraftaten

Insgesamt 5,39 Millionen Straftaten hat die Polizei 2018 erfasst – wenn man ausländerrechtliche Verstöße wie etwa illegalen Aufenthalt ausklammert.

Trends

Die Polizei erfährt deutlich häufiger von der Verbreitung pornografischer Schriften, Straftaten nach dem Arzneimittelgesetz, Rauschgiftdelikten und Verstößen gegen das Waffengesetz. Mit Vorsicht ist der 40-prozentige Anstieg im Bereich Widerstand und Angriff gegen die Staatsgewalt zu werten. Die Gesetzesgrundlage dafür wurde im vergangenen Jahr ausgeweitet, auch Rettungskräfte oder Feuerwehrleute sind jetzt erfasst. Vergewaltigung, Wohnungseinbruchdiebstahl, ausländerrechtliche Verstöße, Betrug, Diebstahl, Straßenkriminalität und Raubdelikte sind seltener bekannt geworden.

Tatverdächtige

Mehr als drei von vier Tatverdächtige sind Männer. Zuwanderer stellen mit 30,5 Prozent einen überproportional hohen Anteil der Tatverdächtigen – und zwar auch, wenn ausländerrechtliche Verstöße ausgeklammert bleiben. Obwohl die Zahl der Tatverdächtigen leicht gesunken sei, gebe es eine Zunahme an Mehrfachstraftätern aus dieser Gruppe, sagte Münch. Insbesondere Zuwanderer aus den nordafrikanischen Maghreb-Staaten, Libyen und einigen zentralafrikanischen Staaten seien auffällig.

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