BERLIN - Die deutsche Wirtschaft braucht nach einer Studie des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) ab Mitte des Jahrzehnts jährlich bis zu 500 000 ausländische Arbeitskräfte. Dies sei ab 2015 nötig, „um die demografiebedingten Beschäftigungslücken zu schließen“, schreibt IZA-Direktor Klaus Zimmermann in einem Positionspapier.

Darin fordert er auch die Einführung eines Punktesystems wie in Kanada oder Australien. An diesem Donnerstag wollen die Koalitionsspitzen von Union und FDP über gelockerte Regeln bei der Zuwanderung beraten.

Zimmermann appellierte an Schwarz/Gelb, keine Zeit mehr zu verschenken. Deutschland starte bereits wegen vieler Versäumnisse in den letzten Jahrzehnten als „verspätete Nation“ in den weltweiten Wettbewerb um Fachkräfte.

Die Bonner IZA-Wirtschaftsforscher werben mit Nachdruck für ein deutsches 100-Punkte-System, um die richtigen Kandidaten bei der Zuwanderung auszuwählen. Sie schlagen sechs Kriterien vor: Bildungs- und Berufsabschluss (maximal 30 Punkte), Sprachkenntnisse (max. 20 Punkte), Berufserfahrung (max. 15 Punkte), Arbeitsplatzangebot in Deutschland (10 Punkte), besondere Integrationschancen (max. 15 Punkte bei Studium in Deutschland etc.), Lebensalter (10 Punkte bei Alter 25-45 Jahre).