BERLIN - Die Städte und Gemeinden drohen im Tarifkonflikt im Öffentlichen Dienst mit massivem Stellenabbau, sollten die Gewerkschaften auf ihrer Forderung nach acht Prozent mehr Gehalt bestehen. „Wer das fordert, provoziert weitere Privatisierungen und Stellenabbau im Öffentlichen Dienst“, sagte der Präsident der kommunalen Arbeitgeberverbände, Thomas Böhle.
Ohne erkennbare Annäherung war die erste Runde in dem Tarifkonflikt am Freitag zu Ende gegangen. Die Gewerkschaft „Verdi“ und die Tarifunion des Beamtenbundes dbb wollen acht Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro. Die Kommunen bestehen auf einer Verlängerung der Arbeitszeit.
Böhle warnte, bei einem hohen Tarifabschluss würden vor allem bei den unteren Lohngruppen Entlassungen drohen. „Die von den Gewerkschaften erhobene Mindestforderung von 200 Euro bedeutet eine Steigerung in den unteren Entgeltgruppen von 15,5 Prozent.“
Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) äußerte sich enttäuscht über den Auftakt der Tarifverhandlungen. „Wenn das so weitergeht, können Streiks auch in der Polizei möglich werden“, sagte der Bundestarifbeauftragte der DPolG, Gerhard Vieth.
Für die rund 55 000 Ärzte an kommunalen Krankenhäusern beginnen an diesem Montag in Düsseldorf die Tarifverhandlungen. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund fordert im Schnitt Einkommenssteigerungen von 10,2 Prozent sowie eine sofortige Anhebung der Ostgehälter auf Westniveau. Die Arbeitgeber warnen vor weiteren Kostensteigerungen.
