BERLIN - BERLIN/DPA - Das zweite Treffen der Islamkonferenz an diesem Mittwoch steht im Zeichen deutlicher Differenzen zwischen den muslimischen Verbänden und der Bundesregierung. Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) sprach den islamischen Verbänden das Recht ab, im Namen aller in Deutschland lebenden Muslime zu handeln. Der Islamrat und der Zentralrat der Muslime kritisierten Schäubles Äußerung. Schäuble sagte: „Die Verbände haben zusammen etwa 300 000 Mitglieder. Also können sie nicht im Ernst die Auffassung vertreten, dass nur sie ausschließlich alle in Deutschland lebenden Muslime vertreten.“ Trotz aller Kontroversen sieht er Fortschritte im Dialog mit den Muslimen. Die Gespräche im Rahmen der Islamkonferenz solle aber „niemand mit einer Schönwetterveranstaltung verwechseln, bei der man nur Freundlichkeiten austauscht“.

Der Islamrat-Vorsitzende Ali Kizilkaya kritisierte Schäubles Aussage, dass der neu gegründete Koordinierungsrat nicht für alle Muslime spreche. „Die Muslime haben etwas Historisches erreicht. Es ist irritierend und befremdlich, dass ein so wichtiger Schritt relativiert wird“, sagte er.