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NWZonline.de Nachrichten Politik

Gentest als Kassenleistung

20.09.2019

Berlin Krankenkassen sollen künftig Gen-Tests bei Schwangeren auf eine mögliche Trisomie des ungeborenen Kindes bezahlen – in begründeten Einzelfällen und nach ärztlicher Beratung. Das entschied der Gemeinsame Bundesausschuss im Gesundheitswesen am Donnerstag in Berlin.

Er begründete den Beschluss mit der hohen Güte der Tests und den Risiken der Alternativen. Voraussetzung für die Aufnahme in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen soll eine Versicherteninformation sein, über die allerdings erst Ende 2020 entschieden werden soll. Bis dahin seien „keineswegs endgültige Fakten“ geschaffen, erklärte der Vorsitzende des Bundesausschusses, Josef Hecken mit Blick auf die zum Teil erregte gesellschaftliche Debatte.

Der Test erkennt am Blut der Schwangeren mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, ob das Kind eine bestimmte Form der Trisomie, etwa das Down-Syndrom hat. Bis zur Zulassung der Tests im Jahr 2012 war das nur über eine Fruchtwasser- oder Plazentauntersuchung möglich, die jeweils ein hohes Risiko für Fehlgeburten bergen.

Drei Jahre beriet der Bundesausschuss, ob sich das ändern soll. Wegen der ethischen Dimension forderte er die Politik geradezu auf sich einzumischen. Zuletzt lief ein sechsmonatiges Stellungnahmeverfahren. Vor allem Behindertenverbände sind gegen den Test als Kassenleistung, weil sie die Gefahr sehen, dass er zur Regel wird und kaum noch Kinder mit Behinderungen zur Welt kommen.

Der Bundesausschuss versucht es mit der Abwägung. Ziel sei es, die zur Klärung einer möglichen Trisomie erforderlichen invasiven Untersuchungen und das damit verbundene Risiko einer Fehlgeburt nach Möglichkeit zu vermeiden, teilte er nach dem Beschluss am Donnerstag mit.

Die Abgeordnete Corinna Rüffer (Grüne) kündigte an, die Diskussion im Bundestag weiterzuführen. Der Verein Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie bedauerte die Entscheidung des Bundesausschusses. Er befürchtet nach eigenen Angaben, dass der Test in weit mehr als nur Einzelfällen angewendet wird. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) bedauert die Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses. „Es ist zu befürchten, dass es zu einem weiteren Anstieg bei den Abtreibungen von Kindern mit dem sogenannten Down-Syndrom kommt“, erklärte Präsident Thomas Sternberg.

Außerdem beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss, dass besonders schwer erkrankte Frauen das Absaugen von Körperfett bald von den Kassen bezahlt bekommen sollen. Dies gilt zunächst befristet bis Ende 2024 für Patientinnen mit einer krankhaften Fettvermehrungsstörung (Lipödem) im Stadium 3.

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