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NWZonline.de Nachrichten Politik

130 Millionen gegen dicke Luft

15.08.2018

Berlin Neue Kraftanstrengung im Kampf gegen dicke Luft und Diesel-Fahrverbote: 130 Millionen Euro steckt der Bund bis 2020 in innovative Verkehrsprojekte in fünf „Modellstädten“. Handy-Tickets, mehr Busse und Bahnen, neue Fahrradwege und sogar eine Güterseilbahn gehören zu Vorzeige-Projekten, die die Rathauschefs aus Essen und Bonn sowie den drei baden-württembergischen Kommunen Mannheim, Reutlingen und Herrenberg beim Dieselgipfel im Bundesverkehrsministerium vorstellen und die jetzt mit Hochdruck und viel Geld vom Bund umgesetzt werden sollen. Das Ziel: Die Stickoxidwerte zu senken.

Zeitdruck zu spüren

„Wir müssen die Städte sauber bekommen“, sagt Svenja Schulze, die den Gipfel gemeinsam mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ausrichtet. Auch der CSU-Mann verweist auf den „Zeitdruck“ angesichts von Grenzwertüberschreitungen in 65 Städten im vergangenen Jahr. Viel Lob für den Erfindungsreichtum der Oberbürgermeister kommt von den beiden Ressortchefs.

Beispiel Bonn: Die frühere Hauptstadt führt ein „365- Euro-Ticket“ ein. Für einen Euro pro Tag können die Bonner in Bus oder Bahn steigen und den Wagen stehen lassen. Um den erwarteten Fahrgastzuwachs zu bewältigen, hat Bürgermeister Ashok-Alexander Sridharan (CDU) neue Elektro-Busse bestellt. Damit soll der Takt im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) erhöht werden, um die Menschen zum Umsteigen zu bewegen. Knapp 40 Millionen Euro schießt der Bund zu. Auch in der Ruhrmetropole Essen – eine klassische Autostadt – soll endlich der Öffentliche Nahverkehr flottgemacht werden mit 24 neuen Fahrzeugen, Fahrradwegen und weiteren Tempo-30-Zonen auf stark befahrenen Straßen. Überdies sollen die Tickets verbilligt werden.

In Mannheim laute das Zauberwort gegen die Luftverschmutzung „Digitalisierung“, erklärt Rathauschef Peter Kurz und schwärmt von der Handy-App, mit der der Fahrkartenkauf am Automaten zur Geschichte wird. Das Smartphone-Ticket rechnet die Strecke nach Luftlinie ab – so wird Bus- und Bahnfahren automatisch billiger.

Viele gute Ideen

Viele gute Ideen, doch die meisten werden allenfalls mittelfristig für sauberere Luft sorgen. Umweltministerin Schulze sagt mit Blick auf die vorgestellten Anstrengungen, die im Erfolgsfall von anderen Kommunen nachgemacht werden sollen: „Ich bin überzeugt, dass sie am Ende nicht ausreichen werden, um Fahrverbote zu vermeiden.“ Das werde nur mit Hardwarenachrüstungen der Dieselfahrzeuge gelingen. „Ich wünsche, dass sich die Hersteller kooperativ zeigen.“

Der Einbau moderner Abgasreinigung in ältere Diesel-Pkw auf Kosten von VW & Co. – hier endet die Gemeinsamkeit von Schulze und Scheuer. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte angekündigt, der Dauerstreit der Großen Koalition werde bis Ende September beigelegt. Der Verkehrsminister will noch nicht einlenken: „Mein Haus und ich persönlich sehen weiter rechtliche, technische und organisatorische Schwierigkeiten.“ Ende der Durchsage.

Tobias Schmidt
Korrespondentenbüro Berlin
Tel:
0441 9988 2018

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