BERLIN - Die Linke soll dauerhaft von einer Doppelspitze mit mindestens einer Frau geführt werden. Dafür votierte die Parteibasis mit überraschend großer Mehrheit in einer Urabstimmung, deren Ergebnis am Sonntag in Berlin vorgestellt wurde.

84,5 Prozent stimmten für die neue Führungsstruktur, 11,3 Prozent dagegen, 4,2 Prozent enthielten sich. Die Wahlbeteiligung lag bei 48,3 Prozent. Das letzte Wort hat nun der Rostocker Parteitag Mitte Mai. Es gilt aber als äußerst unwahrscheinlich, dass sich die Delegierten gegen das Votum der Mitglieder stellen.

Bei einer Zustimmung zur neuen Führungsstruktur soll in Rostock die erste gemischte Doppelspitze gewählt werden. Kandidaten für die Nachfolge der Vorsitzenden Oskar Lafontaine und Lothar Bisky sind der westdeutsche Gewerkschafter Klaus Ernst und die ostdeutsche Bundestagsabgeordnete Gesine Lötzsch.

Die Parteimitglieder billigten mit ihrem Votum auch eine vorübergehende Doppelbesetzung des Geschäftsführerpostens bis höchstens 2014 und die Einsetzung zweier „Parteibildungsbeauftragter“ für zwei Jahre. Sie sollen die weitere Zusammenführung der aus der WASG hervorgegangenen West-Landesverbände und der früheren PDS steuern und begleiten.