BERLIN - Die Verbraucher in Deutschland müssen sich nach Ansicht der Ernährungsindustrie wegen der Einführung des Biokraftstoffs E 10 auf stärker steigende Preise einstellen.
Wir haben die Sorge, dass die Konkurrenz auf den Anbauflächen weiter zunimmt und dass sich das auf die Preise auswirkt, sagte Sabine Eichner, Geschäftsführerin der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, am Freitag .
Sie bekräftigte zugleich die Forderung der Branche nach einem Abbau von Subventionen beim Einsatz nachwachsender Rohstoffe. Landwirte können sich beim Verkauf von Weizen, Mais oder Zuckerrüben entscheiden, ob sie ihre angebauten Produkte an die Ernährungsindustrie oder aber als Rohstoffe an Biogas- oder Biokraftstoffproduzenten verkaufen. Da dies hoch subventioniert wird, ist ein solcher Weg für viele Bauern attraktiver. Inzwischen wird sogar befürchtet, dass sich einige Landstriche in Deutschland etwa in Niedersachsen deswegen in Mais-Monokulturen entwickeln.
Dem Verbraucher ist nicht vermittelbar, warum er einerseits mehr für die Lebensmittel bezahlen soll, aber zugleich über seine Steuern diese Entwicklung auch noch subventioniert, so Eichner.
Zwangsläufig steigende Preise wegen der Einführung des Biosprits erwartet auch der Hamburger Feinkosthersteller Carl Kühne: Alkohol, den wir für die Herstellung von Essig benötigen, ist deutlich teurer geworden, sagte er der Online-Ausgabe des manager magazin. Das liege vor allem daran, dass Alkohol dem Benzin beigemischt werde. Plötzlich ist Zucker, der als Ausgangsprodukt für Alkohol immer billig war, ein teurer Rohstoff geworden. Die Entwicklung ist aber auch beim Öl für Dressings und Mayonnaise deutlich erkennbar, fügte er hinzu.
Auch die wachsende Zahl von Biogasanlagen und der damit verbundene Maisanbau stehe in absoluter Konkurrenz zum Nahrungsmittelanbau und treibe die Pachtpreise nach oben. Als Folge würden zahlreiche Produkte seines Unternehmens teurer.
