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NWZonline.de Nachrichten Politik

Früherer SS-Mann jetzt in Ahlen

22.08.2018

Berlin /Washington Nach jahrelangen Bemühungen haben die USA einen 95-jährigen früheren SS-Mann nach Deutschland abgeschoben. Es ist ein bisher einmaliger Fall: Die Bundesregierung genehmigte die Einreise von Jakiw Palij, obwohl der ehemalige Wärter eines NS-Arbeitslagers kein deutscher Staatsbürger ist und auch keine Beweise vorliegen, dass er an Nazi-Verbrechen beteiligt war. US-Präsident Donald Trump hatte sich persönlich für die Abschiebung eingesetzt. „Die Vereinigten Staaten werden niemanden tolerieren, der NS-Verbrechen und andere Menschenrechtsverstöße unterstützt hat, und diese Personen werden auf amerikanischem Boden keine Zuflucht finden“, erklärte das Weiße Haus am Dienstag.

Ein Gerichtsverfahren gegen den Mann ist unwahrscheinlich. Das von der Staatsanwaltschaft Würzburg geführte Verfahren gegen ihn wegen Beihilfe zum Mord wurde 2016 aus Mangel an Beweisen eingestellt. Der frühere Nazi-Kollaborateur kommt nun in einem Pflegeheim im nordrhein-westfälischen Ahlen unter.

Außenminister Heiko Maas begründete die Aufnahme des Mannes mit der deutschen Verantwortung für den Holocaust. „Historische Verantwortung kennt keinen Schlussstrich“, sagte er der „Bild“-Zeitung. Der Erinnerung an die Gräuel der Nazi-Zeit heute gerecht zu werden heiße, gegen Antisemitismus, Diskriminierung und Rassismus zu kämpfen. „Und es heißt, zu unserer moralischen Verpflichtung gegenüber den Opfern und nachfolgenden Generationen zu stehen.“ Die Schuld derer, die in deutschem Namen schlimmste Verbrechen begangen hätten, vergehe nicht.

Jakiw Palij war laut US-Behörden von der SS geschult worden und als bewaffneter Aufseher im NS-Zwangsarbeitslager Trawniki in dem von Nazi-Deutschland besetzten Polen tätig. Dort wurden im November 1943 den Angaben zufolge 6000 Juden erschossen. Ob Palij daran beteiligt war, ist aber nicht erwiesen. Nach US-Angaben soll er aber während des Massakers vor Ort gewesen sein. „Wir wissen, dass er zu der Zeit dort war“, sagte US-Botschafter Richard Grenell.

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