BERLIN - Die Commerzbank plant für Jahre mit dem Bund als Großaktionär und hat den riskanten Kauf der Dresdner Bank trotz nötiger staatlicher Milliardenstütze verteidigt. Commerzbank- Chef Martin Blessing sagte, er rechne „sicherlich nicht in den nächsten zwei bis drei Jahren“ damit, dass die Regierung ihren 25-Prozent-Anteil an dem Kreditinstitut wieder verkaufen werde. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) versicherte hingegen: „Wir werden uns zurückziehen, sobald die akute Notlage überstanden ist.“ Die Kanzlerin stellte klar: „Im Übrigen werden wir nicht das Tagesgeschäft steuern.“

Der staatliche Bankenfonds SoFFin gibt der Commerzbank insgesamt 18,2 Milliarden Euro, um den kurz vor dem Abschluss stehenden Kauf der Dresdner Bank und weitere Belastungen aus faulen Kreditpapieren abzusichern. Im Gegenzug wird der Bund größter Einzelaktionär der zweitgrößten deutschen Bank mit 25 Prozent plus einer Aktie.

Derweil werden Forderungen nach einer Nachbesserung des 480-Millionen-Rettungspakets für die deutsche Finanzwirtschaft laut. Der Vorsitzende des Finanzmarktgremiums im Bundestag, Albert Rupprecht (CSU), forderte baldige Änderungen am Rettungsschirm für Banken. „Wir erreichen das tiefe Tal der Tränen erst im zweiten Halbjahr 2009“, sagte Rupprecht.

Auch der neue BDI-Präsident Hans-Peter Keitel regte an, die Regeln des Rettungspakets für die Banken nachzubessern: „Es könnte schon helfen, wenn man die Laufzeiten der Hilfen von drei auf fünf Jahre verlängern würde.“