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NWZonline.de Nachrichten Politik

Mehr Geld für mehr Haushalte

09.05.2019

Berlin Die Mieten in Deutschland steigen vielerorts rasant. Deshalb wird nun auch der Wohnzuschuss für Geringverdiener reformiert. „Das Wohngeld ist eine der wichtigsten sozialen Leistungen der Wohnungspolitik“, betonte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), als er am Mittwoch seine Pläne vorstellte. Wenn Bundestag und Bundesrat zustimmen, können die Neuregelungen bereits 2020 in Kraft treten.

Wer bekommt überhaupt Wohngeld?

Das Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss für Haushalte, in denen es zwar Einkommen gibt, aber nur wenig. Mieter bekommen in diesem Fall einen Mietzuschuss. Wer im eigenen Haus oder einer Eigentumswohnung lebt, bekommt einen Teil der dort entstehenden Kosten erstattet. Außen vor sind Empfänger von Hartz IV, weil deren Wohnkosten ohnehin vom Staat übernommen werden.

Um wie viele Haushalte geht es?

Wohngeld gab es Ende 2017 für lediglich 1,4 Prozent der deutschen Privathaushalte – Tendenz fallend. Doch diesen Trend will die Bundesregierung umkehren, indem sie durch eine Reihe von Neuregelungen die Zahl der Berechtigten wieder erhöht. Ohne Reform würde Wohngeld im kommenden Jahr nur noch an rund 480 000 Haushalte fließen. Mit der Neuregelung wären es 660 000 Haushalte. Wie viele Menschen konkret davon profitieren, ist nicht ganz klar – es dürften zwischen ein und zwei Millionen sein.

Was soll sich
sonst noch ändern
?

Wohngeld-Bezieher erhalten künftig mehr Geld als bisher. Nach Schätzung des Innenministeriums liegt das Plus im Schnitt bei etwa 30 Prozent. In der Vergangenheit wurde die Höhe oft jahrelang nicht verändert. Jetzt soll gesetzlich vorgeschrieben werden, dass das Wohngeld alle zwei Jahre steigt. Diese Anhebung soll außerdem fest an die Entwicklung der Bruttokaltmieten und der Einkommen gekoppelt werden, damit nicht alle zwei Jahre langwierige Verhandlungen über die neue Höhe geführt werden müssen.

Kann man die Erhöhung genauer beziffern?

Das ist schwierig, denn das Wohngeld wird in jedem Einzelfall individuell berechnet. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach dem Haushaltseinkommen, der Zahl der dort wohnenden Menschen und der Höhe der Miete. Das Innenministerium nennt als Beispiel nur den durchschnittlichen Zwei-Personen-Haushalt, dessen monatlicher Zuschuss von derzeit 145 auf dann 190 Euro steigen würde.

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