Berne - Große Handlungsspielräume für die Investoren beim Bau neuer Windenergieanlagen in der Gemeinde Berne und begrenzte Beeinflussungsmöglichkeiten für die Gemeinde, dafür aber weniger Arbeit, Verantwortung und Ärger für Politik und Verwaltung. Das ist Variante eins. Variante zwei: Weitreichendere Steuerungsmöglichkeiten bei der Windparkplanung – verbunden mit hohem Arbeitsaufwand, dem Unmut von verschiedenen Seiten und wahrscheinlich auch Klagen, vielleicht auch von verschiedenen Seiten. Verwaltung und Politik der Gemeinde Berne wählen Variante zwei.
Zwei Standorte gibt es in der Gemeinde Berne, an denen neuen Windparks möglich sind: Der eine ist eine 142 Hektar große Potenzialfläche im Bereich Hekeler Feld/Brookseite zwischen Hiddigwarden, Harmenhausen und Hiddigwardermoor. Die zweite Fläche umfasst 27 Hektar im Bereich Roggenmöörte westlich des vorhandenen Windparks Neuenhuntorfermoor. Für die erste Fläche hat die EWE Erneuerbare Energien GmbH den Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplanes zur Ausweisung von Flächen für Windenergieanlagen gestellt, für die zweite Fläche wurde dieser Antrag von der Reon AG gestellt.
Nimmt die Gemeinde Berne ausschließlich auf der Ebene der Flächennutzungsplanung Einfluss auf die Windparkplanung, kann sie Flächen für Windenergieanlagen ausweisen und gleichzeitig andere Bereiche im Gemeindegebiet für Windenergie ausschließen. Die Investoren haben dann große Handlungsspielräume bei der Wahl der Anlagen, deren Anzahl und genauem Standort.
Steuert die Gemeinde die Windparkplanung über den Flächennutzungsplan und einen qualifizierten Bebauungsplan, kann sie mitreden beispielsweise bei Fragen zum Anlagentyp, der Leistung, der Höhe, der Erschließung, Nebenanlagen und Ausgleichsmaßnahmen.
Mitreden heißt aber auch, dass widerstreitende Interessen im Rahmen des geltenden Rechts gegeneinander abgewogen werden müssen. „Der Rat muss dann immer wieder Abwägungsentscheidungen treffen“, erläuterte Michael Heibült für die Verwaltung am Dienstagabend im Ausschuss für Gemeindeentwicklung. Mindestens die Interessen von Anliegern, Investoren, Natur- und Tierschützern werden schwer vereinbar gegeneinander stehen.
