Berne - „Mit Bordstein wird Berne nicht schön“ ist Gisela Wenke überzeugt. Mit Verwunderung hatten sie und ihre beiden Mitstreiterinnen, Inge Klingauf und Hella Hering, von den Ergebnissen des Workshops erfahren, zu dem Interessierte im Juni in die Kulturmühle eingeladen waren, Vorschläge zur Detailplanung der Lange Straße zu machen. Mit dem Argument „Sicherheit“ wurde dabei die Idee einer ebenerdigen Pflasterung, bei der Fußweg und Fahrbahn farblich voneinander getrennt sind, von der Mehrheit verworfen.

Seitdem kämpfen die drei Frauen mit einer Unterschriftenaktion dafür, dass die einmalige Chance zur Verbesserung des Ortsbilds nicht vertan wird und nicht am Ende alles doch irgendwie so bleibt, wie es ist. „Berne hat so viel Schönes zu bieten. Und wenn die Ortsdurchfahrt zu einer barrierefreien Wohnstraße wird, motiviert es bestimmt auch einige der Eigentümer, etwas an ihren hübschen, alten Häusern zu tun. Wirkliche Sicherheit bietet ein Bordstein nicht. Im Gegenteil, der Absatz stellt eine Gefahr für die Radfahrer dar“, argumentiert Wenke und verweist darauf, dass Pflaster statt Asphalt zudem automatisch die Geschwindigkeit rausnehmen würde. Als Beispiel, dass so etwas gut funktionieren kann, nennt sie die Braker Schulstraße.

Ins Schwärmen gerät Gisela Wenke bei der Vorstellung, wie der frisch renovierte Breithof dann in die Lange Straße übergehen würde. Die St.-Ägidius-Kirche und die Kulturmühle seien schon jetzt Attraktionen, die viele Menschen von außerhalb in die Gemeinde locken. Dazu vielleicht noch ein Café oder eine Galerie, denn in Berne gebe es schließlich viele Künstler, so ihre Idee.

An den Engstellen des rund 600 Meter langen Abschnitts im Berner Ortskern könnten Buchten mit den entsprechenden Sichtachsen dem landwirtschaftlichen Verkehr, der Müllabfuhr oder Schulbussen ein Ausweichen ermöglichen.

Fest steht auf jeden Fall, das mit dem Umbau mindestens die nächsten 50 Jahre gelebt werden müsse. Viele Gespräche haben Wenke und ihre beiden Mitstreiterinnen bereits geführt und so schon weit mehr als 150 Menschen zur Unterschrift bewegen können. In vielen örtlichen Geschäften und Praxen liegen die Listen aus. Wenn sich der Sanierungsbeirat am 15. Oktober in der Kulturmühle trifft, möchten sie so noch einmal für die Idee einer ebenen, barrierefreien Ortsdurchfahrt werben.