Das Osterfest steht bevor – was macht eigentlich der Hase? Fragen dazu an Jan-Bernd Meyerholz, Hegeringsleiter in Ganderkesee.

Zu Ostern steht der Hase im Blickpunkt. Wie ist es denn um den Feldhasen in der Region bestellt?

MeyerholzDie Bestände sind schon lange rückläufig. Wir hatten im Hegering Ganderkesee in den vergangenen Jahren aber noch recht konstante Strecken, allerdings mit leicht abnehmender Tendenz.

Nach einer Mitteilung der Landesjägerschaft gilt Nordwest-Niedersachsen als „Hasen-Hochburg“. Können Sie das bestätigen?

MeyerholzFür die Gemeinde Ganderkesee gilt das nicht so unbedingt. Es trifft mehr für die Wesermarsch zu, dort sind die Zahlen höher. Da lohnt sich die Hasenjagd noch.

Hier in Ganderkesee nicht?

MeyerholzBei uns wird sie längst nicht mehr so intensiv betrieben wie früher. In der Regel einmal im Jahr, an einem Nachmittag, gehen wir auf Hasenjagd. Wir wollen die Bestände nicht gefährden.

Landesweit gab es zuletzt durchschnittlich elf Feldhasen pro Quadratmeter. Wissen Sie, wie viele es hier sind?

MeyerholzZum Bestand liegen mir keine genauen Zahlen vor. Ich kann nur sagen, was geschossen wurde. Das waren im letzten Jahr 144 Hasen in den 20 Revieren unseres Hegerings. Außerdem wurden 40 Hasen überfahren. Die Dunkelziffer ist aber höher.

Die Deutsche Wildtier-Stiftung hat den Hasen zum „Wildtier des Jahres“ ausgerufen. Braucht die Art mehr Aufmerksamkeit?

MeyerholzWir Jäger sind durchaus um die Hasenbestände besorgt. Neben der intensiveren Landwirtschaft machen ihnen die stark zunehmende Zahl an Haustieren zu schaffen. Und dann sind da noch die Prädatoren, also Räuber wie Fuchs und Marder. Wir versuchen schon lange, den Fuchs kurz zu halten, schaffen es aber nicht. Auch der Marder breitet sich weiter aus.

Was kann man tun, um dem Hasen zu helfen?

MeyerholzIch appelliere an die Landwirte, nicht gleich nach dem Ende der Brut- und Setzzeit am 15. Juni die Wegeränder zu mähen. Sie sollten dann noch vier bis sechs Wochen warten, damit das Wild mehr Zeit hat, den Nachwuchs geschützt aufzuziehen.

Herr Meyerholz, können Sie als Jäger eigentlich erklären, warum ausgerechnet der Hase die Ostereier bringt?

MeyerholzEhrlich gesagt: Mit dieser Frage habe ich mich noch nicht beschäftigt. Das war wohl ein Versehen der Natur.

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)