Nizza - Staats-und Regierungschefs in aller Welt haben mit Bestürzung und Abscheu auf die Lastwagen-Attacke in Nizza reagiert und Frankreich ihre Solidarität versichert. Im Folgenden eine Auswahl der Stellungnahmen.

Deutschland

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Frankreich die volle Solidarität Deutschlands zugesichert. „Deutschland steht im Kampf gegen den Terrorismus an der Seite Frankreichs“, sagte sie am Freitag am Rande des Asem-Gipfels im mongolischen Ulan Bator.

Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier versicherte, dass Deutschland in dieser schweren Zeit an der Seite Frankreichs stehe. „Ein Tag, der der Freude und dem Stolz auf die französische Nation gewidmet war, ist tragisch zu Ende gegangen und hat viele Menschen sinnlos in den Tod gerissen“, erklärte er. „Friedlich feiernde Menschen mussten sterben oder ringen ums Überleben. Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und dem ganzen französischen Volk. Wir trauern mit Frankreich und stehen in diesen schweren Momenten fest an seiner Seite.“

Innenminister Thomas de Maizière sprach von einem unvorstellbaren und schrecklichen Verbrechen. Dieses barbarische Morden müsse beendet werden. Die deutsche Freundschaft mit dem französischen Volk werde durch die gemeinsame Trauer noch vertieft, erklärte er.

USA

Präsident Barack Obama verurteilte den Anschlag. Es scheine sich um „eine schreckliche terroristische Attacke“ zu handeln, sagte er. Obama verwies auch darauf, dass sich der mutmaßliche Anschlag am französischen Nationalfeiertag ereignete, an dem an die Erstürmung des Bastille-Gefängnisses am 14. Juli 1789 und dem damit verbundenen Beginn der Französischen Revolution erinnert wird. Er würdigte die „außerordentliche Widerstandfähigkeit und die demokratischen Werte, die Frankreich zu einer Inspiration für die ganze Welt gemacht“ hätten. Die Gedanken und Gebete der Amerikaner gälten den Familien und anderen Angehörigen der Todesopfer.

US-Außenminister John Kerry sprach von einer „entsetzlichen Attacke in Nizza.“ Er sei stolz darauf gewesen, am Donnerstag bei den Pariser Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag neben der französischen Staatsspitze zu stehen, erklärte er. Die USA stünden in dieser Zeit der Tragödie weiter fest an der Seite des französischen Volkes.

Auch die US-Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump verurteilten die Attacke. Der Republikaner erklärte: „Dies ist Krieg.“ Die Demokratin betonte: „Wir werden uns nicht einschüchtern lassen.“

Die Europäische Union

EU-Ratspräsident Donald Tusk zeigte sich erschüttert, dass Frankreich an seinem Nationalfeiertag attackiert worden sei. Die Welt stehe geschlossen an der Seite des französischen Volkes. „Es ist ein tragischer Widerspruch, dass die Opfer der Attacke Leute waren, die Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit feierten.“ Im Kampf gegen Gewalt und Hass stehe die Welt an der Seite der Familien der Opfer, des französichen Volkes und der Regierung, erklärte Tusk bei einem Treffen mit Spitzenpolitikern aus Europa und Asien in der Mongolei.

Belgien

Ministerpräsident Charles Michel berief eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats für Freitag ein, mit dem Ziel, dass die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen zum belgischen Nationalfeiertag kommende Woche - am 21. Juli - umgesetzt würden. Es seien ohnehin bereits Vorkehrungen getroffen worden, sagte er in einem Radiointerview. Unter dem Eindruck von Nizza müsse nun aber alles noch einmal überprüft werden. Am 22. März waren bei Anschlägen in Brüssel 32 Menschen getötet worden. Mehrere der Attentäter von Paris im November kamen überdies aus Belgien.

Außenminister Didier Reynders sagte, es sei entsetzlich, dass Frankreich erneut das Ziel einer mutmaßlichen Terrorattacke geworden sei.

Russland

Der russische Präsident Wladimir Putin zeigte sich schockiert über „die Gewalt und den außerordentlichen Zynismus“ des Lkw-Anschlags. In einem Kondolenzschreiben an Präsident François Hollande erklärte er, der Terrorismus könne nur besiegt werden, wenn „die zivilisierte Menschheit“ zusammenstehe, um Militante, ihre Anführer und finanziellen Unterstützer zu bekämpfen. Russland sei dazu bereit.

Spanien

Außenminister José Manuel García-Margallo teilte mit, er habe seinem Kollegen in Frankreich telefonisch kondoliert. „Es tut uns sehr leid und wir stehen voll und ganz zum französischen Volk und zur französischen Regierung“, erklärte er beim Europa-Asien-Gipfel in der Mongolei.

China

Ministerpräsident Li Keqiang erklärte: „Wir verurteilen Terrorismus aller Formen scharf. Wir sprechen den Opfern unser Beileid aus und wir werden alle Arten von Terrorismus bekämpfen.“

Australien

Außenministerin Julie Bishop zeigte sich bestürzt. „Das hat Frankreich schockiert und erschüttert bis ins Mark“, sagte sie vor Reportern in Perth. „Das hätte eine Zeit des großen Nationalstolzes und des Feierns sein sollen.“ Es habe sich gezeigt, dass „kein Land immun gegen terroristische Attacken“ sei. Australien unterstütze seine Freunde und Partner in Frankreich.