• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik

Beton-Sperren halten nicht stand

12.04.2017

Leipzig /Friesoythe Die in Deutschland verwendeten mobilen Anti-Terror-Sperren aus Beton halten einem Angriff mit einem Lastwagen nicht stand. Das zumindest haben zwei Tests der Prüfgesellschaft Dekra im Auftrag des MDR-Magazins „Umschau“ ergeben. Die überprüften Betonquader wurden den Angaben zufolge bundesweit zum Schutz von Großveranstaltungen eingesetzt, unter anderem beim Tag der Deutschen Einheit in Dresden 2016.

Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) erklärte, Betonsperren seien nur ein Teil eines Sicherheitskonzeptes. „Niemand behauptet, sie garantierten absolute Sicherheit. Betonsperren senken allerdings das Schadensrisiko“, sagte er.

Bei den Tests fuhr ein beladener Lkw mit einem Gesamtgewicht von zehn Tonnen mit Tempo 50 auf die Betonsperren auf. Scheinbar mühelos habe er die 2,4 Tonnen schweren Blöcke beiseite geschoben und die Absperrungen durchbrochen. Zwar sei der Lkw beim Aufprall beschädigt worden. Aber die Aufhaltewirkung sei „relativ gering“ gewesen, sagte Dekra-Testleiter Marcus Gärtner.

Die im MDR-Test verwendeten Betonsperren kamen vom Hersteller Becker Boden Baustoffe. Dessen Geschäftsführer Tobias Becker sagte, die Ergebnisse des Tests seien für ihn nicht überraschend gewesen. Sein Unternehmen liefere keine Sicherheitskonzepte, sondern Steine. Wie diese dann eingesetzt werden, sei Sache der Kommunen. Einfach nur Poller zu ordern, um Sicherheit zu erzielen, sei jedoch „ein bisschen Augenwischerei“.

Ganz ähnlich kommentierte Steffen Plötner, Geschäftsführer des Friesoy­ther Unternehmens Nordbeton, das Testergebnis. „Diese sogenannten Legosteine sind was für die Optik. Das bringt nichts“, kritisierte er das geringe Gewicht der getesteten Blöcke – aber vor allem, dass diese einzeln aufgestellt wurden.

Seit gut 20 Jahren stellt Nordbeton Objektschutz für den Straßenverkehr her: „Unsere vier Tonnen schweren Sperren halten einem Lkw, der wegen eines geplatzten Reifens plötzlich ausschert, stand. Das ist vergleichbar mit einem Lkw-Anschlag wie in Berlin“, betonte Plötner. Aber auch für diese Sperren gelte: Je besser die Blöcke verkettet werden, desto so sicherer. Die Sperren von Nordbeton waren in Berlin nach dem Lkw-Anschlag aufgestellt worden – allerdings auch nur einzeln, weil die Polizei nach Plötners Angaben auf Fluchtmöglichkeiten dazwischen bestand.

Stefanie Dosch Newsdeskmanagerin / Politikredaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2098
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.