NWZ
vom 22. März über die Vorzüge der Gemeinde Lemwerder. Von diesen Vorzügen, so Clamor in einem offenen Brief, würden nur Familien mit Kindern profitieren. Clamor: „Die Sicht der Jugendlichen kommt überhaupt nicht zur Sprache. Oder meint die Gemeinde, mit zwei Räumen in der Begu und einer Halfpipe wird die Situation der Jugendlichen wesentlich verbessert?“Wo ist das selbstverwaltete Jugendzentrum mit eigenen Räumlichkeiten?, fragt Clamor weiter, der bei der Kommunalwahl für die Grünen kandidiert hat. Die Jugend lechze nach vielfältigen Angeboten. Mit welchem Konzept reagiere die Gemeinde darauf, und was sei diesbezüglich ihr Alleinstellungsmerkmal, um junge Menschen nach Lemwerder zu locken, sieht Clamor Versäumnisse.
Unverständlich sei es in Zeiten der Mobilität zudem, „Schienentrassen zu zerstören, ohne vorher ihre Zukunftsfähigkeit zu überprüfen“. Lemwerder verliere mit dem Rückbau des Bahndamms einen Trumpf. „Viele Gemeinden mit alten Gleisanschlüssen haben ihre Gleisanlagen wieder zu neuem Leben erweckt, und das mit großen Erfolg“, schreibt Clamor.
Im Haushalt 2012 stünde der größte Teil der Finanzmittel für den Bau von Straßenkreuzungen oder Instandhaltung von Straßen zur Verfügung. Damit ginge Lemwerder aus Sicht von Clamor „einen fatalen Weg“, den nachfolgende Generationen noch bedauern würden.
Die sinkende Geburtenrate sei nicht die einzige Ursache für den Bevölkerungsrückgang. Deshalb müssten alle Ursachen untersucht und verschiedene Vorgehensweisen entwickelt werden. „Dazu bedarf es aber Politiker, die sich dieses Themas annehmen. Das meine ich mit Politikern, die Weitsicht und Visionen haben, die es aber leider in Lemwerder, mit wenigen Ausnahmen, nicht gibt“, so Clamor.
Eine Gemeinde, die nicht ausreichend Ressourcen habe, werde daher schnell das Nachsehen haben. Denn anders als Unternehmen, könne diese ihren Sitz nicht verlagern, warnt Peter Clamor.
