BIBLIS/BERLIN/LINGEN - BIBLIS/BERLIN/LINGEN/DPA - Der Energiekonzern RWE hat den lange erwarteten Antrag auf Laufzeitverlängerung für das Kernkraftwerk Biblis A in Hessen gestellt. Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) signalisierte Ablehnung und kündigte eine förmliche Prüfung an. Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) warnte Gabriel indirekt vor einem Alleingang und forderte eine „positive“ Auseinandersetzung mit dem Thema. SPD, Grüne und Umweltverbände wiesen die RWE-Forderung im Hinblick auf den im Jahr 2000 vereinbarten Ausstieg aus der Kernenergie als „Wortbruch“ zurück. Nach bisherigen Maßgaben müsste der älteste deutsche Reaktor 2008 stillgelegt werden, RWE will die Laufzeit bis etwa in die zweite Jahreshälfte 2011 verlängern.

RWE will 30 Terrawattstunden von dem im Rückbau befindlichen Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich auf Biblis übertragen. Damit würde das älteste am Netz befindliche Kernkraftwerk laut RWE genauso lange am Netz bleiben wie Block B, auf den 21,45 Terrawatt von Mülheim-Kärlich zustimmungsfrei übertragen werden sollen.

Als Alternative kann sich RWE auch vorstellen, 30 Terrawatt vom Kernkraftwerk Emsland in Lingen auf Biblis A übergehen zu lassen. Die Laufzeit des jüngeren Meilers Emsland würde dadurch um etwa drei Jahre auf 2019 verkürzt.

Kommentar, s.4