Der Gewerkschafter Klaus Ernst (55) gilt nach dem angekündigten Rückzug Oskar Lafontaines vom Amt des Linken-Parteivorsitzenden als Favorit aus dem Westen für dessen Nachfolge. Seine Rede bei der Fraktionsklausur am 11. Januar hatte Bewerbungscharakter, der Partei- und Fraktionsvize versuchte als Versöhner zwischen West- und Ostteil der Partei aufzutreten. Der für seinen Humor bekannte Ernst war unter anderem Erster Bevollmächtigter der IG Metall in Schweinfurt. Die Gewerkschaft lief dort zur Zeit der SPD-geführten Bundesregierung Sturm unter anderem gegen Hartz IV und Agenda 2010. Ernst, der als eine der Leitfiguren des Linksbündnisses gilt und als „bajuwarischer Volkstribun“ beschrieben wird, verließ mit anderen Funktionären die SPD und gründete die Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit, die 2007 mit der PDS zur Linken fusionierte.
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