Der Jurist Vojislav Kostunica bezeichnet sich gern als „Mann des Gesetzes“. Doch an der Spitze der serbischen Regierung bediente sich der 63-Jährige seit 2004 regelmäßig zweifelhafter Methoden am Rand des Gesetzbruchs. Seine Regierungszeit war verbunden mit zwielichtigen Privatisierungen, fragwürdigen Schachzügen zur Durchsetzung der Verfassung und umstrittener Zusammenarbeit mit den Sozialisten des inzwischen gestorbenen jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic. Viele der alten Kader gelangten inzwischen wieder in Schlüsselstellungen der Macht. Einen politischen Tabubruch beging er im Mai vergangenen Jahres, als er den Führer der oppositionellen ultranationalistischen Radikalen, Tomislav Nikolic, zum Parlamentspräsidenten wählen ließ. International bekannt wurde Kostunica als er im Herbst 2000 als Gegenspieler von Milosevic zu dessen Sturz beitrug.
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