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NWZonline.de Nachrichten Politik

Bildung: An Schulen besser auf Gesundheit achten

15.04.2020
Frage: Frau Pooth, wie stellt sich die Gewerkschaft GEW die Öffnung der Schulen vor?

Pooth: Die stufenweise Öffnung der Schulen, wie sie auch von den Wissenschaftlern der Nationalakademie Leopoldina empfohlen wird, ist der richtige Weg. Denn die derzeitige Situation, also das Lernen via Internet, verschärft nur die Ungleichheit unter den Schülerinnen und Schülern. Ebenso wie das Gesundheitssystem wurde auch das Bildungssystem in vielen Bereichen kaputtgespart. Das fällt uns jetzt auf die Füße.

Frage: Also als Erstes die Grundschulen nach den Ferien öffnen?

Pooth: Vor allem muss die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler und der Lehrkräfte geschützt werden. Die Hygie­ne- und Vorsichtsmaßnahmen, die im gesellschaftlichen Raum gelten, müssen auch für die Schulen verbindlich sein. Wobei ich mir gerade schwer vorstellen kann, wie das Abstandsgebot von 1,50 Meter gerade bei den Jüngsten durchzusetzen ist. Selbst der Vorschlag der Leopoldina, maximal 15 Schülerinnen und Schüler in einem Raum zu unterrichten, wird wohl nur schwer umzusetzen sein. Außerdem weise ich darauf hin, dass auch viele Lehrkräfte zu den sogenannten Risikogruppen gehören. Gerade an den Grundschulen sind die Kollegien oftmals älter.

Frage: Was halten Sie von der Einführung der Maskenpflicht an den Schulen?

Pooth: Ich weiß nicht, ob das wirklich hilft. Die Virologen machen dazu unterschiedliche Aussagen. Wir fordern, dass die Schulen bestmöglich mit notwendigen Hygieneartikeln ausgestattet werden. Es darf nicht sein, dass Seife und warmes Wasser fehlen oder einige Schulen in unserem Land noch immer keine vernünftigen Toiletten haben.

Frage: Welche Erkenntnisse hat die GEW denn über den Gesundheitszustand der Lehrkräfte?

Pooth: Unsere Lehrerinnen und Lehrer sind bisher zeitlich und aufgabentechnisch stark überlastet. Der Krankenstand ist, sofern wir das beurteilen können, sehr unterschiedlich.

Frage: Lässt sich der Zeitplan für die Prüfungen überhaupt noch einhalten?

Pooth: Nur schwer. Ebenso wie der Landesschülerrat macht sich die GEW daher für einen Durchschnittsabschluss mit einem Anspruch auf bundesweite Anerkennung stark. Beim Durchschnittsabschluss ergibt sich die Abschlussnote aus den individuellen Leistungen der vergangenen Monate.

Frage: Was halten Sie von einer Verlängerung des Schuljahrs?

Pooth: Bisher sind erst wenige Unterrichtswochen ausgefallen. Ich glaube, dass können die Schülerinnen und Schüler ausgleichen. Die Erfahrungen der letzten Wochen zeigen aber, dass Home-Schooling die sozialen Interaktionen nicht ersetzen kann. Lernen funktioniert nur über das Miteinander und nicht isoliert am Bildschirm.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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