Fedderwardersiel - Für diese gute Nachricht hätte es kaum ein besseres Timing geben können: Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung (Hannover) stellt dem Nationalparkhaus Museum Fedderwardersiel 100 000 Euro für die geplante Erneuerung der Dauerausstellung zur Verfügung. Das hat Hausleiterin Dr. Anika Seyfferth mitgeteilt. Die Nachricht kommt deshalb zum rechten Zeitpunkt, weil sich an diesem Donnerstag auch der Gemeinderat mit dem Nationalparkhaus beschäftigen wird.
Anika Seyfferth freut sich riesig, dass die Umweltstiftung die 100 000 Euro bewilligt hat. Die 1994 eingerichtete Dauerausstellung sei im Laufe der Jahre nur geringfügig modernisiert worden und soll jetzt gründlich erneuert werden. „Wir wollen mit der Modernisierung Urlauber und Einheimische auf aktuelle und attraktive Weise über das Weltnaturerbe Wattenmeer sowie die Kultur Butjadingens informieren“, so Anika Seyfferth. Einbeziehen wolle das Nationalparkhaus auch den Langwarder Groden. „Das ist ein sehr attraktiver Ansatz“, lobt Karsten Behr, Geschäftsführer der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung.
Das Nationalparkhaus sei mit etwa 14 000 Besuchern pro Jahr an der Küste als Informationszentrum und Einrichtung zur Umweltbildung etabliert, so Anika Seyfferth. Aber die mittlerweile 21 Jahre alte Dauerausstellung müsse dringend modernisiert werden, um den Verlust an Attraktivität zu stoppen.
kontroverse Diskussion
Derweil muss der Gemeinderat morgen über 110 000 Euro entscheiden, die das Nationalparkhaus von der Gemeinde erbeten hat. Mit dem Geld soll ein Fahrstuhl eingebaut und der Eingangsbereich barrierefrei umgestaltet werden. In den Fachausschüssen hatte es eine kontroverse Diskussion über dieses Thema gegeben (NWZ berichtete).
Mitte November hatten Mitglieder des Bauausschusses sich kritisch zu dem gewünschten Zuschuss geäußert. Eine Beschlussempfehlung über die Bereitstellung der Mittel hatte das Gremium vertagt. Daraufhin hatte Dr. Marlene Laturnus, Vorsitzende des Trägervereins des Museums, einen Brief an die Mitglieder des Gemeinderats geschickt. In dem Schreiben bedauerte sie, dass Teile des Gemeinderates dem Einbau eines Fahrstuhls und der Schaffung von Barrierefreiheit offenbar ablehnend gegenüberstünden.
Dr. Marlene Laturnus hatte auch betont, dass die Herstellung von Barrierefreiheit ein wichtiges Kriterium für die Bewilligung weitere Fördermittel sei. Ihr Schreiben sorgte in der vergangenen Woche im Finanzausschuss für Zündstoff – vor allem bei FDP-Ratsfrau Uta Meiners. Die sprach von Erpressung.
Die Mehrheit des Ausschusses schlug sich allerdings auf die Seite des Nationalparkhauses. Das Gremium entschied, dass das Museum die 110 000 Euro erhalten sollen. Die endgültige Entscheidung trifft nun der Gemeinderat bei seiner um 19 Uhr im Tagungsraum Santiago von Center Parcs in Tossens beginnenden Sitzung.
700 000 Euro nötig
Kritische Stimmen hatten noch im Finanzausschuss geäußert, dass erst mal die kompletten 700 000 Euro, die sich das Nationalparkhaus an Fördermitteln für die Erneuerung der Ausstellung erhofft, bewilligt sein müssten, bevor die Gemeinde Geld für das Museum gibt. Diesen Kritikern dürfte mit der Zusage der Bingo-Mittel nun zumindest teilweise der Wind aus den Segeln genommen sein.
Zwar sind die angepeilten 700 000 Euro mit dem Geld der Bingo-Umweltstiftung noch nicht zusammen. Aber das Nationalparkhaus ist seinem Ziel erneut ein Stück näher gekommen. 90 000 Euro hat bereits die Niedersächsische Wattenmeerstiftung zugesagt (NWZ berichtete).
