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Krabbenkutter „Bis dahin ist sie abgesoffen“

Detlef Glückselig

Fedderwardersiel - Der Gemeinderat hat die Entscheidung über die „Orion“ vertagt. Gerhard Bruns, der sich zusammen mit Söhnke Thaden die Rettung des im Oktober 2015 im Fedderwardersieler Hafen havarierten Krabbenkutters auf die Fahne geschrieben hat, hätte die Ratssitzung eigentlich frohen Mutes verlassen können. Das tat er aber nicht.

Denn: Der Rat signalisierte zwar eine gewisse Bereitschaft, einer Übernahme des Schiffs durch die Gemeinde zuzustimmen. Vorher sollen aber noch weitere Detailfragen geklärt werden. Die endgültige Entscheidung will der Rat bei einer Sitzung im Juni fällen. „Bis dahin ist der Kutter abgesoffen“, fürchtet indes Gerhard Bruns.

Droht Verunreinigung?

Die Sorge ist nicht ganz unberechtigt. Hauptamtsleiter Joachim Wulf sagte während der Ratssitzung, dass der Gemeinde ein Hinweis von Niedersachsen Ports vorliege, nach dem der nach der Havarie geborgene und nun im Hafen von Fedderwardersiel liegende Kutter nicht mehr lange durchhalten werde. Sinkt er erneut, drohe eine Verunreinigung des Hafenbeckens.

Stand der Dinge ist, dass Gerhard Bruns und Söhnke Thaden eine Lösung vorgeschlagen haben, die die Gemeinde kein Geld kosten würde – zumindest vorerst nicht (NWZ  berichtete). Die beiden Initiatoren sind davon überzeugt, ausreichend Mittel einwerben zu können, um die „Orion“ zu heben, auf dem Hafengelände oder davor sicher aufzustellen und sogar noch 5000 Euro bei einer Bank für den Fall zu hinterlegen, dass der Kutter eines Tages verschrottet werden muss. Erst wenn die „Orion“ sicher aufgestellt ist, müsste die Gemeinde Eigentümerin des Kutters werden und damit auch die Verkehrssicherungsplicht übernehmen.

Joachim Wulf betonte, dass die Gemeinde genau darin ein nicht unerhebliches Risiko sehe. Er berichtete zudem, dass der II. Oldenburgische Deichband per Mail mitgeteilt habe, dass er den von Gerhard Bruns und Söhnke Thaden favorisierten Standort außendeichs aus Sicht des Küstenschutzes für „denkbar ungeeignet“ erachte.

Zu den Akten legen wollte der Rat das Thema gleichwohl nicht. Die Gemeinde habe seit vielen Jahren in Fedderwardersiel nicht mehr nennenswert investiert, sagte Lambertus Poll (Unabhängige). Nun müsse sie nicht zuletzt wegen der großen Bedeutung Fedderwardersiels für den Tourismus etwas tun – und dafür auch ein gewisses Risiko in Kauf nehmen.

„Nicht einfach ablehnen“

Jürgen Sprickerhof (Grüne) meinte, dass man die Sache angesichts der Vorschläge von Bruns und Thaden „nicht einfach so ablehnen“ könne. Die Gemeinde müsse sich jedoch zunächst beim Kommunalen Schadensausgleich – quasi der Versicherer von Kommunen – erkundigen, welche haftungsrechtlichen Bedingungen bei einer Übernahme der „Orion“ gelten. „Wir sind zu 80 Prozent auf dem Weg, aber es bleiben viele Fragen zu klären“, befand Jannes Bergsma (FDP) und schlug ebenso wie Wilhelm Has (CDU) vor, das Thema zurück in die Fachausschüsse zu verweisen.

Martina Geberzahn (SPD) merkte an, dass das Nationalpark-Haus Museum Fedderwardersiel Interesse an der „Orion“ bekundet habe. Dass dieses Interesse besteht, bestätigte Hausleiterin Dr. Anika Seyfferth am Montag auf Nachfrage der NWZ . Auch das Museum sehe aber noch viele offene Fragen, sagte sie.

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