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NWZonline.de Nachrichten Politik

Chilcot-Bericht: Blairs Irakkrieg nach 13 Jahren schwer in der Kritik

07.07.2016
NWZonline.de NWZonline 2016-07-07T05:14:47Z 280 158

Chilcot-Bericht:
Blairs Irakkrieg nach 13 Jahren schwer in der Kritik

London Der britische Ex-Premierminister Tony Blair hat sein Land einer Untersuchung zufolge vor 13 Jahren voreilig in den Irakkrieg geführt. Er habe falsche Geheimdienst-Berichte, nach denen der Irak über Massenvernichtungswaffen verfügte, nicht hinterfragt, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Chilcot-Bericht. Möglichkeiten einer friedlichen Lösung seien nicht ausgeschöpft worden. Die Briten waren 2003 an der Seite der USA in den Irakkrieg gezogen.

Für den Sturz des irakischen Machthabers Saddam Hussein hatte Blair den USA demnach bereits acht Monate vor der Invasion unbedingte Unterstützung zugesagt: „Ich stehe an deiner Seite, was auch immer geschehen mag“, schrieb er 2002 an den damaligen US-Präsidenten George W. Bush.

Blair sieht sich nun in seiner Darstellung bestätigt, dass er zwar Fehler gemacht, aber nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt habe. Für alle Fehler übernehme er volle Verantwortung und bitte um Verzeihung.

Den Bericht hatte Blairs Nachfolger Gordon Brown 2009 eingeleitet. Unter Leitung des ehemaligen Regierungebeamten John Chilcot hatte eine Kommission Zeugen befragt, darunter zweimal Blair selbst, und Dokumente von Geheimdiensten und Regierungen gesichtet. Der Bericht hat keine juristischen Konsequenzen. Kriegsgegner und Angehörige der 179 in dem Konflikt getöteten britischen Soldaten demonstrierten am Mittwoch in London.