Ahlhorn - Als die Gemeinde Großenkneten im Jahr 2003 die damalige Bundesstraße 213 zwischen den Anschlussstellen Wildeshausen-West (A 1) und Ahlhorn (A 29) als Gemeindestraße übernahm, ging es darum, den Lastwagenverkehr aus Ahlhorn herauszuhalten. Darauf lag der Schwerpunkt der Entscheidung, Nebeneffekte wurden in Kauf gekommen. Dazu zählen die (teure) Straßenunterhaltung für den rund zehn Kilometer langen Straßenabschnitt und der Winterdienst. Kaum schneit es, wird immer wieder Kritik laut über den Räumdienst auf der G 213, so auch in diesem Winter.

Pendlerin Marion Denkmann ist seit 1991 jeden Werktag von Ahlhorn nach Delmenhorst unterwegs. Sie ist sehr unzufrieden. „Seitdem das keine Bundesstraße mehr ist, ist das eine blanke Katastrophe“, schimpft sie. Von Gesprächen mit anderen Pendlern berichtet sie, dass die G 213 an Wintertagen oft als „entsetzlich“ gelte. Früher habe sie deswegen mehrfach im Rathaus angerufen, doch da sei stets von „Ausnahmen“ die Rede gewesen. Grundlegend geändert habe sich nichts, bedauert sie und verweist auch auf den Schulbusverkehr. Eine Ausnahme macht sie bei ihrer Kritik: Die Räumung der Bürgersteige entlang der G 213 klappe gut, hat sie beobachtet. Hier ist der Bauhof der Gemeinde zuständig.

Erster Gemeinderat Klaus Bigalke bestätigte der NWZ , dass es „hin und wieder Anrufe“ im Rathaus gebe, in denen der Winterdienst auf der G 213 kritisiert werde. Diese Hinweise würden sofort an die verantwortliche Firma weitergeleitet. Denn Schneeräumen und Salzstreuen auf der Fahrbahn der G 213 hat die Kommune seit langem an Privatunternehmen vergeben, aktuell an eine Firma aus Großenkneten.

Am Montag hat die Verwaltung nach dem schweren Unfall am Morgen bei Ahlhorn sofort nachgefragt, ob die vertraglichen Pflichten erfüllt wurden. „Um 4.30 Uhr war die Firma draußen und hat geräumt und gestreut“, berichtete Bigalke von der Auskunft.

Die Gemeinde, die für die Verkehrssicherungspflicht zuständig ist, hat den Winterdienst von Beginn an abgegeben, da sie weder personell noch von der Fahrzeugausstattung dazu in der Lage sei, erläuterte Klaus Bigalke. Deshalb stünden auch die Warnschilder „Achtung, eingeschränkter Winterdienst“ an der Gemeindestraße. Bundesstraßen würden anders geräumt, die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr setze andere Fahrzeuge ein und sei sofort auf der Straße.

Dass Autofahrer auf einer G 213 statt einer B 213 fahren – an glatten Tagen kann das den Unterschied ausmachen. Ärgerlich findet das Marion Denkmann und meint: „Eigentlich sollte ,Achtung, eingestellter Winterdienst’ auf den Schildern stehen.“

Ulrich Suttka
Ulrich Suttka Kanalmanagement