Nordenham - Der Vorsitzende des Ortsverbandes Nordenham der Linkspartei, Dietmar Lange, muss sich vor dem Strafrichter im Amtsgericht Nordenham wegen des Vorwurfs der Beleidigung verantworten. Das bestätigte der 71-Jährige am Mittwoch auf Anfrage der NWZ . Die öffentliche Verhandlung ist für Dienstag, 22. Dezember, im Saal I des Amtsgerichts vorgesehen. Beginn: 11 Uhr.
Es geht um Äußerungen von Dietmar Lange während einer Mitgliederversammlung, die am 7. September in der Gaststätte Bauernstube in Atens stattgefunden hat. Wie die NWZ berichtete, hatte dazu die damalige neue Kreisvorsitzende Monika Zimmermann eingeladen. An dem Abend sollten die rund 15 anwesenden Mitglieder einen Kandidaten der Linkspartei für die Bürgermeisterwahl in Nordenham am 8. November wählen. Im Gespräch dafür war Thomas Bartsch, Vorsitzender der Kreistags- und der Stadtratsfraktion. Doch zu dieser Wahl kam es nicht.
Der Kreisverband habe eingeladen, weil es keinen handlungsfähigen Ortsverband-Vorstand gebe, sagte Thomas Bartsch zum Einwand von Francis Hope, die Einladung sei unzulässig. Dietmar Lange rief daraufhin Monika Zimmermann zu: „Und du hältst mal die Klappe, du blöde Kuh.“ Für die Wahl eines Bürgermeisterkandidaten sei nach den Statuten nicht der Kreisverband, sondern der Ortsverband zuständig. Und er sei einer der beiden Vorsitzenden des Ortsverbandes, so Dietmar Lange damals. Er fügte wörtlich hinzu: „Das kann nur für Analphabeten umstritten sein.“
Dietmar Lange erklärte sein Verhalten am Mittwoch gegenüber der NWZ so: Monika Zimmermann habe unzulässig diese Versammlung einberufen. Als er versucht habe, die ihm als Ortverbandsvorsitzender zustehende Leitung auszuüben, sei er von Monika Zimmermann zur Ordnung gerufen worden. „Mein Ansinnen war nicht, sie herabzusetzen, sondern ich wollte sie zum Schweigen bringen“.
Seine Wortwahl sei unglücklich gewesen, räumt Dietmar Lange heute ein, „aber in der Situation ist mir nichts Besseres eingefallen.“ Im Nachhinein meint er, es wäre besser gewesen auf die „blöde Kuh“ zu verzichten und nur zu sagen: „Halt die Klappe“. Denn: „Es stand nicht im Zentrum, jemanden zu beleidigen, sondern die Ordnung herzustellen.“
