Bockhorn - Die Politiker der CDU-Fraktion und der SPD-Fraktion in Bockhorn ärgern sich darüber, dass das Bushäuschen in Bockhornerfeld ohne ihr Wissen abgerissen wurde. „Wir sind überfahren worden“, sagt Johann Helmerichs von der SPD-Fraktion. Thorsten Krettek (CDU) erklärt: „Wir haben 2013 den Antrag gestellt, Buswartehäuschen barrierefrei zu gestalten, weil es erhebliche Fördermittel dafür geben sollte. Unser Ansinnen war es, die Ortschaften mit barrierefreien Haltestellen auszustatten und es so auch schwachen Verkehrsteilnehmern zu erleichtern, in den Bus einzusteigen. Pro Ortschaft sollte eine Haltestelle barrierefrei werden. Aber wir wollten nie, dass massive, von der Dorfgemeinschaft gebaute Wartehäuschen abgerissen werden. Man hätte das Haus stehen lassen müssen.“
„Das ist empörend“
Und weiter: „Das ist empörend vor allem deswegen, weil mit der Dorfgemeinschaft gar nicht gesprochen worden ist. Auch wir als Mitglieder des Rates sind in der Sache nicht informiert worden.“
Außerdem übt Thorsten Krettek Kritik daran, dass die Arbeiten jetzt, mehr als vier Jahre, nachdem der Antrag gestellt wurde, stattfinden. „Wir haben schon ein paar Mal kritisiert, dass die Anträge, die wir stellen, eine sehr lange Bearbeitungszeit haben.“
„So viel Irrsinn“
Auch Nicole Bohlken aus Bockhornerfeld äußert sich noch einmal stellvertretend für alle Eltern. „Es scheint nun tatsächlich unabwendbar, dass unser schönes Häuschen abgerissen wird und durch einen Glaskasten auf einer Erhöhung ersetzt wird – allem Sinn und Unsinn zum Trotz. Da hätte die Gemeinde früher nachdenken müssen“, schreibt sie. „Das andere bereits 2015 modernisierte Glashaus im Dorf ist übrigens auch nicht barrierefrei. Damit konfrontiert, gab der Bürgermeister die Antwort, das Häuschen sei noch nach altem Recht gebaut worden und müsste im Zuge der neuen Gesetze auch bis 2022 umgebaut werden. Das verstehe, wer will. Die Gesetze sind seit 2013 in Kraft. Ich als Steuerzahler kann so viel Irrsinn nicht verstehen.“
Als kurzfristige Maßnahme hat die Gemeinde Bockhorn nun zwei Baustellenabsperrungen auf die Straße gestellt, die den Durchgangsverkehr entschleunigen, denn im Moment stehen die Kinder direkt an der Straße, wenn sie auf den Schulbus warten.
