BOCKHORN - Geschlossen trat jetzt der Elternbeirat des Evangelischen Kindergartens in Bockhorn bei einer Diskussionsrunde mit Rat und Verwaltung auf. Nacheinander bekundeten acht Eltern ihren dringenden Wunsch nach Krippenplätzen und Ganztagsbetreuung. Die Mütter und Väter sind berufstätig, andere haben mehrere Kinder, die sie auch gern in einem Kindergarten unterbringen wollen. Insgesamt gebe es bis zu 20 Eltern, die sofort die Krippe nutzen würden. Ute Fees fasste zusammen: „Wir haben uns den Evangelischen Kindergarten ausgesucht, weil uns das Konzept der offenen Kinderbetreuung gefällt.“ Was nicht gefällt: „Altersgemischte Gruppen mit Krippenkindern unter drei Jahren. Das ist nicht qualitätsvoll.“

Klare Strategie

Bürgermeister Ewald Spiekermann gab Kontra und bezog sich auf einen Elternbrief (die NWZ berichtete), „in dem einige Punkte nicht der Wahrheit entsprechen.“ So gebe es keinen Antrag des Trägers des Evangelischen Kindergartens auf Krippenplätze und auch keinen Finanzierungsplan. Dagegen sei in der Gemeinde Bockhorn eine klare Strategie mit Krippen im Katholischen und bald auch im Kommunalen Kindergarten vorhanden. „Wenn dann noch Bedarf besteht, können wir Krippenplätze in der Evangelischen Einrichtung schaffen.“

Viele Eltern wüssten gar nicht, was die Gemeinde für die Kinder leiste, sagte Spiekermann: „Pro Kind geben wir in diesem Jahr 2637 Euro aus, den drei Kindergärten wird insgesamt ein Zuschuss von rund 600 000 Euro gewährt.“ Er wünsche sich auch, dass alle Kinder einer Familie in einem Kindergarten sein könnten, aber: „Das können wir uns auf die Dauer nicht leisten. Die Kinderzahlen in Bockhorn gehen dramatisch zurück.“

Zu dem Antrag auf Krippenplätze ist es nach Auskunft des ehemaligen Vorsitzenden des Gemeindekirchenrates, Stefan Brunken, tatsächlich nicht gekommen, es wurde vielmehr auf ein regionales Gesamtkonzept für alle drei Bockhorner Kindergärten gesetzt. Das wurde von Pastor Harro Kawaletz bestätigt: „Wir brauchen dringend dieses Konzept, um die drei Kindergärten erhalten zu können.“

Angebote schaffen

Gisela Ellermann, die Leiterin des Evangelischen Kindergartens, erklärte: „Unsere Einrichtung ist für altersgemischte Gruppen mit Kleinkindern nicht geschaffen. Dafür muss neu gebaut werden.“ Sie forderte erneut, in allen Kindergärten alle Angebote inklusive Integration Behinderter zu schaffen. Spiekermann: „Das wird uns nicht genehmigt, weil wir keinen Nachweis dafür bringen können, dass Bedarf über die bestehenden und geplanten Krippenplätze hinaus vorhanden ist.“

Schlussbetrachtungen: Kawaletz erklärte: „Es sollte eine Kommunikationsebene mit allen Beteiligten eingerichtet werden. Die Initiative muss von Kreis und Kommune kommen.“ Spiekermann: „Wir werden das gemeinsam mit dem Kreis überlegen. Wir brauchen aber den Oberkirchenrat als Zahlmeister.“ Daniela Wegener, Mitarbeiterin im Kindergarten: „Es geht hier auch um uns. Neue Wege in der Kommunikation sind notwendig mit mehr Offenheit und Ehrlichkeit.“