BOCKHORN - Sieben weitere Anlagen sollen im Windpark Hiddels in der Gemeinde Bockhorn gebaut werden, beraten wird darüber seit vielen Monaten, jetzt sind nach Ansicht von Bürgermeister Ewald Spiekermann die Ampeln auf Grün geschaltet, es folgt nur noch ein Planungsschritt, dann liegt es an den Investoren, wann mit dem Bau der Windräder begonnen werden kann. Das war das Ergebnis einer Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses unter Leitung von Franz Pfeiffer (SPD) am Dienstagabend im Rathaus.
Pläne gebilligt
Landschaftsarchitekt Bert Diekmann hatte zuvor die Lage nach der zweiten öffentlichen Auslegung der Pläne dargestellt. Einziges Problem ist seiner Ansicht nach die Gegenwehr der Wehrbereichsverwaltung Nord, die befürchtet, das Flugplatzradar in Wittmund könne durch die Anlagen in Hiddels West und Süd beeinträchtigt werden. Sie will die Anlagen auf 100 Meter Höhe (Rotorspitze) beschränken. Merkwürdigerweise gelten diese Bedenken für den Bereich Wulfdiek nicht, da können sie auf 150 Meter Höhe anwachsen. Der Ausschuss setzte sich einstimmig darüber hinweg, alle Pläne wurden gebilligt.
Gar nicht einverstanden mit dem Verfahren erklärte sich aber Dr. Wilfried Heiber, Vorsitzender des Bürgervereins Steinhausen, in der Einwohnerfragestunde. Er vermisste die Wahrung von Vorsorgeprinzipien, bezweifelte Vogelzählungen Diekmanns („ganze Trupps von Gänsen sind derzeit in den Gebieten der neuen Anlagen zu finden“) und kritisierte, dass zwölf Seiten Stellungnahmen der Bürger von Steinhausen und Ellenserdammersiel nicht ausreichend berücksichtigt worden seien: „Unser Pech ist, dass wir keine Träger öffentlicher Belange sind.“
Gesamtkonzept
Wolfgang Janßen will für BfB durchsetzen, dass gemeindeeigene Gelände „Vor der Burg“ als Bauland auszuweisen. Ein Gesamtkonzept wird nun in den Fraktionen beraten, einschließlich eines Antrages der UWG, auf einem Teilbereich ein Seniorenwohndorf zu errichten.
Hartmut Kaempfe (UWG) merkte aber an: „Wir haben genug Bauland in der Gemeinde, das noch nicht bebaut worden ist.“ Ebenso Henning Strodthoff (CDU): „Das werden 70 neue Bauplätze. Kriegen wir das durch?“ Janßen hielt dagegen: „Bekommen wir unseren defizitären Haushalt genehmigt, wenn wir zuvor nicht unser Eigentum nutzen?“
Spiekermanns Fazit im Anschluss an die Debatte: „Wir wollen das nicht übers Knie brechen. Aber es ist gut, für die Zukunft etwas in der Schublade zu haben.“
