BOCKHORN - Die Gemeinde Bockhorn investiert kräftig in die Kinderbetreuung. Der Rat beschloss am Donnerstagabend einstimmig, den Kommunalen Kindergarten in Grabstede für rund 140 000 Euro auszubauen. Mit der Einrichtung von Krippenplätzen soll nach Auskunft von Bürgermeister Ewald Spiekermann die Kinderbetreuung für unter Dreijährige im südlichen Gemeindegebiet angestrebt werden.

Pläne liegen vor

Die Pläne des Architektenbüros Kapels liegen bereits vor, es wird ein Anbau vor allem für einen Ruhe- und einen Wickelraum geschaffen. Die Kommune hofft nach Mitteilung von Kämmerer Andreas Meinen auf einen Förderzuschuss aus Landesmitteln in Höhe von bis zu 80 000 Euro. Dr. Egbert Völkel (FDP) leitete die Ratssitzung: „Die FDP begrüßt es sehr, dass wir etwas für die kleineren Kinder tun.“ Ebenso Diedrich Loers (SPD): „Wir müssen die Zukunft im Blick behalten.“

Der Rat entschied, Stefan Bieling zum Nachfolger des jüngst verstorbenen Ortsbrandmeisters der Bockhorner Feuerwehr, Gerhard Ihnen, zu ernennen. Diese Berufung war schon seit längerem eingeleitet worden, weil Ihnen sein Amt aus Krankheitsgründen aufgegeben hatte. Zum stellvertretenden Ortsbrandmeister wurde Mirko Grüßing bestimmt. In Erinnerung an Gerhard Ihnen, von 1996 bis 2001 Ratsmitglied, rief Völkel zu einer Gedenkminute auf: „Er hat sich um die Gemeinde Bockhorn sehr verdient gemacht.“

Zahlreiche Eltern, Kindergartenleiterinnen und Erzieherinnen waren ins Rathaus gekommen. In der Einwohnerfragestunde fragten sie nach, warum trotz vorhandener Mittel und Pläne keine Krippenplätze im Evangelischen Kindergarten geschaffen werden.

Eine klare Strategie

Spiekermann bestritt nachdrücklich, dass es einen Finanzierungsplan gebe. Die Aussagen in einem Rundbrief an den Rat (die NWZ berichtete) seien überzogen: „Da hat man einseitig den Eltern etwas erzählt.“ Die Gemeinde verfolge eine klare Strategie: Integration im Evangelischen, Krippenplätze im Katholischen und Kommunalen Kindergarten: „Wir sind auf dem richtigen Weg. Immerhin leisten wir für alle drei Einrichtungen einen jährlichen Zuschuss von 550 000 Euro.“

Gisela Ellermann, Leiterin des Evangelischen Kindergartens, war mit den Äußerungen Spiekermanns nicht einverstanden: „Wir vermissen eine sachgerechte Beteiligung an den Plänen. Ich habe seit vielen Jahren mehrfach vorgeschlagen, in allen drei Häusern das gleiche Angebot zu schaffen. Das ist gerecht und wirklich ein weitreichendes Konzept. Es geht nicht um den einen oder den anderen Kindergarten, es geht um junge Familien, die in der Gemeinde Bockhorn eine Zukunft haben sollen. Wir wollen Qualität. Sechs Monate alte Kinder haben in Gruppen mit 25 älteren Kindern nichts zu suchen.“