BöSEL - Die politische Geschichte der Gemeinde Bösel ist eng mit der CDU verbunden: Noch nie haben die Christdemokraten in der Gemeinde die Mehrheit bei einer Wahl abgegeben. Bei der letzten Kommunalwahl im Jahr 2006 gab es ein Traumergebnis: 73,3 Prozent der Wählerstimmen konnte die CDU gewinnen. Es wäre schön, wenn wir das halten könnten, sagt der Ortsverbandsvorsitzende Johannes Nording. Er fügt auch gleich hinzu, dass das nicht sehr wahrscheinlich ist einfach weil es eben ein Traumergebnis war.
Produktive Arbeit
Es macht sehr viel Spaß, Politik in Bösel zu machen, es ist eine produktive Arbeit für die Gemeinde, erklärt Fraktionschef Heiko Thoben. Natürlich werde innerhalb der Fraktion mal heftig und kontrovers diskutiert. Das gehöre dazu und müsse so sein. Auf diesem Wege würden Lösungen erarbeitet auch in der Diskussion mit den Ratsmitgliedern von SPD und FDP. Thoben: Aber die Diskussionen in der Fraktion sind oft härter als mit der Opposition. Dann wird Tacheles gesprochen.
Auch mit den Bürgern werde diskutiert weniger bei offiziellen Veranstaltungen. Dafür umso mehr nach dem Gottesdienst, an der Fleischtheke im Supermarkt oder am Tresen. Im Vier-Augen-Gespräch sind die Bürger viel direkter. Da wird man angehauen, berichtet Thoben. Es gab aber auch Zeiten, in denen es in der Böseler Politik mächtig hoch her ging. Das sei Ende der 80er und in den 90er Jahren gewesen, erinnert sich Nording. Damals hatten sich einige CDU-Mitglieder abgewandt und eine unabhängige Bewegung gegründet die Emotionen seien hochgekocht. Der 49-Jährige ist seit 16 Jahren der Ortsverbandsvorsitzende. Als er in die CDU eingetreten ist, war er noch keine 18 Jahre alt: Ich habe es damals als meine Hauptaufgabe gesehen, hier mehr Ruhe reinzubringen. Bösel war ständig in den Schlagzeilen, so Nording. Er selbst habe nie einen Sitz im Rat angestrebt: Ich will die verwaltungstechnische Arbeit im Hintergrund machen, die Gewählten sollen die Politik machen.
Und wie diese Politik in den kommenden Jahren aussehen soll, erläutern die Christdemokraten gerne: Der Windpark im Kündelmoor soll gebaut werden. Thoben: Das ist unser Beitrag zum Abbau von Atomkraftwerken. Wir können uns alternativen Energien nicht verschließen. Außerdem müsse in Bösel das Thema Ortskerngestaltung angepackt werden im Rahmen der Dorferneuerung. Die Gehwege an der Bahnhofstraße sind schlecht, meint Thoben, die müssten gemacht werden.
Zu wenige Sportplätze
Unbedingt klären will die CDU-Fraktion die Sportplatz-Frage in Bösel. Die Versorgung ist mangelhaft, räumt der Fraktionschef ein. Er hofft, dass bei laufenden Grundstücksverhandlungen noch eine Einigung herbeigeführt werden kann. Ansonsten müssten andere Lösungen geschaffen werden. Thoben: Das Thema muss gelöst werden. Es wird nicht durch die nächste Legislaturperiode geschleppt. Und Nording fügt hinzu: Beim Sportverein sind so viele Ehrenamtliche engagiert, denen die Gemeinde im Moment kein vernünftiges Platzangebot machen kann.
Noch nicht am Ziel sehen Nording und Thoben die Gemeinde bei der wirtschaftlichen Entwicklung: Flächen für Gewerbeansiedlungen müssten vorgehalten werden. Nording: Wir sind auf dem Weg, aber wir sind längst nicht da, wo wir gerne wären. Geht es um die Beteiligung der Gemeinde am C-Port, will die CDU zu ihrem Wort stehen: Wir wollen keinen Ausstieg, wenn die Rahmenbedingungen so bleiben, so Nording: Die geschlossenen Verträge gelten. Wir haben uns der Solidarität verschrieben, fügten Heiko Thoben hinzu.
Zur Wahl gehen
Anpacken müsste der Gemeinderat in der nächsten Legislaturperiode auch das Thema Haushaltskonsolidierung, sagen die Christdemokraten: Vor allem die Steuern dürften üppiger sprudeln. In den vergangenen Jahren seien große Investitionen getätigt worden in die Zukunft der Gemeinde. Jetzt müssten die Schulden abgebaut werden.
Hätten beide Politiker einen Wunsch frei für die nächste Legislaturperiode, würden sich beide eine freie Spitze wünschen. Ein weiterer Wunsch: Die Bürger sollen zu Wahl gehen. Und Nording erinnert: Auch der Kreistag wird gewählt. Für Bösel ist es wichtig, dass wir dort stark vertreten sind.
