BöSEL - Norbert Bleker hat eine Familie – die Gemeinde Bösel. Diesen Eindruck jedenfalls vermitteln Kolpingvorsitzender Heiner Meinerling und der Bleker-Freund Peter Schwalm. „Wir stehen hinter unserem Pfarrer Norbert Bleker“, sagt Heiner Meinerling gegenüber der NWZ . Der Anfang September aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt entpflichtete Geistliche hatte wiederholt darauf hingewiesen, nicht freiwillig gegangen zu sein. Er sei zu dem Schritt, sein Amt aufzugeben, gedrängt worden (die NWZ berichtete). Nun hat sich in der Gemeinde Protest formiert: „Es geht um die Art und Weise, wie mit Pfarrer Bleker umgegangen wurde. Wir wollen uns solidarisch zeigen“, sagt Meinerling.

Eine „Gläubigeninitiative“ sammelt derzeit Unterschriften mit dem Zweck, dass das Offizialat sich dazu bekennt, Bleker nach seiner Genesung wieder in Bösel einzustellen. Freiwillige gehen sogar von Haustür zu Haustür. Vertreter aller katholischen Vereine und Verbände hatten sich Ende vergangener Woche getroffen und ein weiteres Vorgehen besprochen. Die Resonanz sei riesig, so Meinerling und Schwalm. „Wir wollen Courage zeigen, denn Norbert Bleker war ein guter Seelsorger, Freund und Präses“, so Meinerling. Und Peter Schwalm ergänzt: „Unser Signal ist: Bösel steht hinter seinem Pfarrer. Wir sind seine Familie.“

Wie groß der Zuspruch ist, sei auch daran erkennbar, dass Meinerling, aber auch andere Aktive immer wieder auf die Unterschriftenliste angesprochen würden. „Viele kommen und wollen unterschreiben. Es sind sogar Menschen zu uns gekommen, die gesagt haben: ,Bei uns ist noch keiner mit der Liste gewesen, ich möchte da gerne unterschreiben.‘“ Die Aktion sei mittlerweile zu einem Selbstläufer geworden, so Meinerling.

Nachdem Norbert Bleker auch öffentlich das Offizialat scharf kritisiert hatte, war es zu einem Geheimtreffen mit Weihbischof Heinrich Timmerevers, Vertretern des Offizialats sowie der ehrenamtlichen Böseler Gremien gekommen. Nach NWZ -Information sollen alle Beteiligten sogar schriftlich Stillschweigen über Inhalte des Treffens vereinbart haben.

Weitere Böseler Vereine könnten sich an dem Protest der katholischen Vereine und Verbände beteiligen. Kontakt sei über die Verantwortlichen der kirchlichen Vereine und Verbände möglich. Die Gläubigeninitiative hat unterdessen angekündigt, nicht ruhen zu wollen. Weitere Schritte seien geplant. So solle auch das Gespräch mit Offizialatsvertretern gesucht werden.