Bösel - Auf eine erfreuliche finanzielle Entwicklung hat Bürgermeister Hermann Block zum Ausklang des Jahres hingewiesen. Die Steuereinnahmen sprudeln – die Gewerbesteuer wird ein Rekordniveau von rund fünf Millionen Euro erreichen. Die Wohnbau- und Gewerbegrundstücke lägen über Plan. Resultat: Statt des avisierten Jahresverlustes von rund 340 000 Euro rechnet die Gemeindeverwaltung mit einem Jahresgewinn von rund 1,2 bis 1,5 Millionen Euro.
Mit Ursache für die positive finanzielle Ausgangslage ist allerdings, dass nicht alles erledigt werden konnte, was geplant war: Den Endausbau der Siedlung Krusenkamp in Petersdorf oder die Verzögerungen bei der Breitbanderschließung nannte Block. Krusenkamp soll jetzt mit dem Endausbau der Straße Im Dorfe gemeinsam ausgeschrieben werden. Davon erhofft sich die Gemeinde „vertretbare wirtschaftliche Preise“. Zudem seien große Baumaßnahmen noch nicht abgerechnet.
Unter dem Strich kann auf die geplante Kreditaufnahme in Höhe von 1,5 Millionen Euro verzichtet werden – die Gemeinde entschuldet sich sogar um 425 000 Euro. Der Schuldenstand beläuft sich zum Ende des Jahres auf 9,12 Millionen Euro – 2,2 Millionen Euro davon als Beteiligung an der EWE-Netz über die KNN.
Diese positiven Kennzahlen werden sich aber nicht fortsetzen. „Aufgrund von Einmal- und Sondereffekten wissen wir schon jetzt, dass gerade die Einnahmen bei der Gewerbesteuer 2018 stark zurückgehen werden und der Ausgleich im Rahmen des landesweiten Finanzausgleichs erst 2019 erfolgen wird, so dass wir 2018 wieder einen Jahresverlust einplanen müssen“, so Bürgermeister Block.
Das nun zu Ende gehende Jahr war mit Blick auf die Gemeindeentwicklung geprägt von der Neugestaltung des Dorfparkes mit mehr als eine Million Euro an Kosten, mehr als 300 000 Euro wurden in die Erweiterung der Grundschule Petersdorf investiert. Die Tagespflegeeinrichtung für Erwachsene wurde Anfang Dezember in Betrieb genommen.
Die Industrie- und die Eschstraße wurden grundsaniert, Kosten: rund 175 000 Euro. „Die Sanierung des Straßen- und Wegenetzes bleibt weiterhin eine große Baustelle und wird in den nächsten Jahren viel Kapital binden“, betonte Block. Hohe Investitionen werden bei der Erneuerung und Erweiterung des Regenwasserkanalnetzes erwartet.
Im ersten Jahr dieser Wahlperiode sei einiges auf den Weg gebracht und umgesetzt worden, so Block. Sieben Mal ist der Gemeinderat zusammengekommen, der Verwaltungsausschuss neun Mal, die Fachausschüsse ebenfalls sieben Mal. 2018 stünden einige zum Teil große Aufgaben vor Rat und Verwaltung.
Seinen Dank für die „gute und intensive Zusammenarbeit“ richtete Block an die Ratsmitglieder und die Mitarbeiter der Gemeinde. Er dankte aber auch allen, die in Vereinen und Gruppen ehrenamtlich aktiv sind. „Das Ehrenamt ist das Rückgrat der Gesellschaft.“
Der Verwaltungschef erinnerte auch an die Verluste zweier Menschen, die sich „in ihrer ganz eigenen Art und Weise für die Gemeinde und für das Gemeinwohl verdient gemacht haben“: den ehemaligen Gemeindedirektor Hans Lamping, der am 21. September verstarb, und an „Moorgeist“ Caspar Pleye, der am 11. September verstarb.
