Bösel - Die offensichtliche Einigung in der rechtlichen Auseinandersetzung um den Windpark im Kündelmoor könnte für Ratsmitglied Theo Gelhaus ein politisches Nachspiel haben. Bürgermeister Hermann Block sagte zwar, er erwarte rechtlich keine Probleme, was das Ratsmandat angehe. Allerdings erwarte er, dass sich Gelhaus, der für die CDU im Gemeinderat sitzt, auf der nächsten Ratssitzung erkläre. Ob die Abgeltung möglicher Rechte aus der juristischen Auseinandersetzung um den Windpark mit dem Ratsmandat vereinbar sei, müsse Gelhaus „am Ende für sich alleine beantworten“, so der Verwaltungschef.
Theo Gelhaus hatte jahrelang vehement gegen die Windpark-Pläne gekämpft und den Windpark auch zum Gegenstand seines Wahlkampfes bei der Kommunalwahl 2016 gemacht, der ihm letztlich einen Sitz im Gemeinderat einbrachte.
Wie berichtet, ist die juristische Auseinandersetzung um den Windpark beendet. Die Anwältin der Windpark-Gegner hatte den Antrag auf Zulassung der Berufung vor dem Oberverwaltungsgericht in Lüneburg zurückgezogen. Die verbliebenen fünf Kläger, zu denen Theo Gelhaus als Wortführer zählte, sollen eine Entschädigung in sechsstelliger Höhe erhalten haben. Zudem soll nach NWZ-Informationen der Windpark-Betreiber auch die Prozesskosten übernommen haben.
Gerade die Entschädigung sorgt bei Einigen für ein „Naserümpfen“. CDU-Fraktionschef Ludger Beeken forderte Gelhaus auf, sich auf der Fraktionssitzung am 20. August zu erklären. „Da wird es sicherlich die ein oder andere Frage dazu geben.“ Die Erklärung Gelhaus’ wolle er zunächst abwarten, sagte Beeken im Gespräch mit der NWZ.
Bernd Roder, SPD-Fraktionsvorsitzender und seinerzeit auch an den Beratungen um den Windpark beteiligt, stärkte Gelhaus den Rücken und betonte, er habe sich stets für das Wohl der Anwohner am Windpark eingesetzt. Roder erinnerte an Kritikpunkte der im Bündnis Bösel zusammengeschlossenen Opposition im Gemeinderat, die letztlich zur Ablehnung der Windpark-Pläne geführt hätten. „Wir waren ja für den Windpark, aber für einen verträglichen“, so Roder.
Er begrüßte die Einigung und betonte, es sei wichtig, dass nun Klarheit herrsche.
