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NWZonline.de Nachrichten Politik

Soll das Mahnmal neben Höckes Haus stehenbleiben?

24.11.2017

Bornhagen Aktionskünstler haben neben dem Wohnhaus des umstrittenen AfD-Politikers Björn Höcke ein nachgebautes Holocaust-Mahnmal errichtet. Die Polizei ermittelt, weil die Künstler Höcke mit einer Drohne ausgespäht haben sollen. Die Meinung über die Aktion gehen weit auseinander.

Pro: Das muss bleiben (Hans Begerow)

Der politische Zündler und Provokateur Björn Höcke hat im Augenblick ungeliebte Nachbarn. Die haben ihm, der die Geschichtsschreibung zur Geschichtsklitterung verkommen lässt, ein nachgebautes Holocaust-Mahnmal vor die Tür gesetzt. Die gezielte Provokation muss Höcke aushalten. Wer in der Öffentlichkeit üble Propaganda vom rechten Rand verbreitet, muss damit rechnen, dass das durch seine Reden erregte Aufsehen auf ungewöhnliche Weise beantwortet wird.

Man braucht nicht zu diskutieren, ob eine Ausspähung mit einer Drohne zu den legitimen Antworten auf Höckes Provokationen gehört. Das ist eine klare Grenzüberschreitung.

Höcke selbst hat schon etliche Male die Grenzen des Anstands überschritten. Ein Schlussstrich unter die Vergangenheitsbewältigung wollte er ziehen und meinte damit die Aufarbeitung der Verbrechen aus der Zeit des Nationalsozialismus. Er will das deutsche Nationalgefühl aus den positiven Errungenschaften der Deutschen definieren. Es gibt viele Dinge, auf die wir Deutschen stolz sein können. Dazu zählt auch die teils hervorragende wissenschaftliche Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen – wie sie zum Beispiel der Münchner Historiker Magnus Brechtken mit seiner Entlarvung der Lügen des einstigen Rüstungsministers (und angeblich „anständigen“ Nazis) Albert Speer geleistet hat. Darauf kann man stolz sein.

Contra: Das muss weg (Hermann Gröblinghoff)

Keine Frage: Der thüringische Politiker Björn Höcke ist ein politischer Provokateur, der seinesgleichen sucht. Deshalb darf sich der AfD-Hardliner nicht wundern, wenn seine Gegner mit ähnlichen Mitteln zurückschlagen. Doch die Kunstaktion des „Zentrums für Politische Schönheit“, die auf den ersten Blick durchaus zum Schmunzeln anregt, wird letztendlich der AfD und Höcke nutzen – aus folgenden Gründen:

Die politische Auseinandersetzung in Deutschland konzentriert sich seit der Bundestagswahl wieder auf das Wesentliche: die Suche nach einer neuen Regierung und Sachthemen. Populistische Forderungen vor allem aus der AfD-Ecke sind kaum noch zu hören. Das dürfte sich jetzt allerdings ändern. Die Partei und vor allem Höcke selbst werden sich wieder als diejenigen darstellen können, die verfolgt und an den Rand gedrängt werden.

In diesem Fall muss man sagen: zu Recht. Wenn Politiker in ihrer Privatsphäre derart bedrängt werden, ist das kein legitimes Mittel der politischen Auseinandersetzung mehr, sondern Mobbing. Denn nicht selten steckt hinter dem politischen Kopf eine Familie, die in Mithaftung genommen wird. So auch bei Björn Höcke: Die Belagerung seines Hauses trifft nicht nur den Polit-Profi, sondern auch dessen Ehefrau und die vier Kinder. Auf die Frage „Ist das Kunst oder kann das weg?“ heißt deshalb die Antwort: „Das kann weg!“

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