BRAKE - Beschäftigte aus nordwestdeutschen Häfen veranstalten einen gemeinsamen Aktionstag. Das Oberlandesgericht reagiert auf den Ausstand in Nordenham.

Von Sven Kamin

BRAKE - „Nach den Landtagswahlen vom Wochenende kann sich der Verhandlungsführer der Länder, Herr Möllring, nicht mehr verstecken, und deshalb wollen wir heute noch einmal den Druck erhöhen“, gab sich Verdi-Landesbezirksfachbereichsleiterin Susanne Kremer gestern auf dem Niedersachsen-Ports-Tag kämpferisch. Die Dienstleistungsgewerkschaft hatte nach eigenen Angaben 342 Hafenmitarbeiter aus den Standorten Emden, Norden, Cuxhaven, Wilhelmshaven, Oldenburg und Brake für die zentrale Protestaktion in der Kreisstadt mobilisieren können. Anschließend fuhren die Streikenden mit Bussen in die Rodenkircher Markthalle, um über den Stand der Tarifverhandlungen zu diskutieren.

Zusammen mit den Hafenangestellten waren auch die seit Mittwoch im Ausstand befindlichen Angestellten des Amtsgerichts Nordenham nach Brake gekommen, um ihre Kollegen am Braker Amtsgericht zu Streikaktionen aufzurufen: „Leider hat sich kein Kollege unseren Protesten angeschlossen. Am Braker Amtsgericht herrscht ein Klima der Verunsicherung“, zeigte sich die Verdi-Sprecherin Edda Lorenz enttäuscht.

Das Oberlandesgericht Oldenburg hat inzwischen auf den Ausstand reagiert und eine Justiz-Beamtin aus Brake nach Nordenham versetzt, um die Streikauswirkungen zu begrenzen.