Brake - Der demografische Wandel ist mehr als ein Schlagwort, er stellt Kommunen vor große Herausforderungen. Helfen, diese zu bewältigen, soll der Stadt Brake ihr erster Demografiebericht. Diesen hat die Sozialwissenschaftsstudentin Henrieke Grotelüschen erstellt.

Wie steht Brake da

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Brake ist stabil: 15 590 Einwohner (April 2017) zählt das Mittelzentrum. Die Geburtenrate ist niedrig, die Zahl der Sterbefälle überwiegt die der Geburten. Wachstum gibt es nur durch Zuzug.

Brake ist vergleichsweise alt: Die Altersgruppe 46 bis 65 ist mit 31 Prozent die größte, die der Menschen ab 66 mit 24 Prozent die zweitgrößte; 55 Prozent der Bevölkerung sind also 46 Jahre oder älter. Nur 20 Prozent der Braker sind 21 Jahre oder jünger. Der Jugendquotient (das Verhältnis von unter 15-Jährigen zu Menschen im Erwerbsalter beträgt rund 37 Prozent, der Altenquotient (Rentner/Erwerbsalter) rund 61 Prozent.

Brake ist weiblich: Vor allem in den jüngeren Bevölkerungsschichten gibt es allerdings mehr Männer als Frauen. Deren Anteil an der Bevölkerung überwiegt erst bei den 31- bis 45-Jährigen – und im Alter hängen die Frauen die Männer dann deutlich ab.

Brake ist arm: Zwar ist die Kaufkraft in Brake zuletzt gestiegen. Mit 18 850 Euro pro Einwohner (2015) liegt sie aber deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 22 153 Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung der Stadt liegt mit 1687 Euro (2015) über der im Landkreis (1241 Euro). Der Anteil der Hartz-IV-Empfänger in Brake stieg bei den unter 65-Jährigen zwischen 2011 und 2015 von 13,8 auf 14,9 Prozent an, bei den unter 15-Jährigen lag er zwischen 21,5 und 23 Prozent – landkreisweit zwischen 12,5 und 13,8 Prozent. Besonders hoch ist der Anteil der Hartz-IV-Empfänger bei der ausländischen Bevölkerung mit 32,6 Prozent (2015).

Was muss getan werden

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Der Bericht ist keine Blaupause, die aufzeigt, was genau getan wird, damit genau das besser wird. Er gibt aber jede Menge Handlungsempfehlungen. Genannt werden unter anderem die Ausweisung weiterer Baugebiete, der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs und die Unterstützung von Zuwanderern. Aber auch die Einbeziehung der Öffentlichkeit und Förderung des Ehrenamts könnten helfen, den Wandel zu meistern. Eine „maßgebende Voraussetzung für eine Verbesserung der Versorgungs- und Dienstleistungsangebote“ sei der Ausbau der digitalen Infrastruktur.

Wie geht es nun weiter

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Der Bericht dient Verwaltung und Politik als ein Instrument bei der zukünftigen Stadtentwicklung. Bürgermeister Michael Kurz (SPD) sieht einen wesentlichen Punkt „in einer gut entwickelten Infrastruktur gerade auch bei Kindertagesstätten und Schulen“, um junge Familien zu gewinnen. Brake müsse für derzeitige Einpendler attraktiver werden. Ziel müsse eine barrierefreie Stadt sein.

Markus Minten
Markus Minten Stadt Oldenburg und Ammerland (Leitung)