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Ladestraße Keine Schadstoffe im Grundwasser

Brake - Bevor jedoch mit den Arbeiten begonnen werden kann, sind noch einige Hürden zu nehmen. Zum einen gehört die Brachfläche westlich der Ladestraße, auf der Schule und Sporthalle entstehen sollen, noch Stefan Steinert, Geschäftsführer der Infrastruktur- und Entwicklungsgesellschaft mbH Aedificia mit Sitz in Frankfurt. Und zum anderen sind die Böden mit Schadstoffen belastet. Das trifft auch für das Gelände am östlichen Ende der Ladestraße zu, auf dem die katholische Kirche die neue Kindertagesstätte errichten möchte.

Wie hoch diese Belastungen sind, wurde am Dienstag bei der Sitzung des Bau- sowie des Schulausschusses erläutert. Menschen seien nicht gefährdet, betonte Martin Baumann von der Ökochemie und Umweltanalytik Oldenburg GmbH (Oekum) gleich zu Beginn der Sitzung. Ins Grundwasser seien in den zurückliegenden Jahren keine Schadstoffe eingesickert, sagte er. Das hätten die Untersuchungen zweifelsfrei ergeben.

Umweltanalytik

Mit den Untersuchungen war die „Oekum“ beauftragt. Martin Baumann war lange als Biologe tätig. Mittlerweile leitet der Sachverständige das Unternehmen in Oldenburg.

Vorabprüfung

An der Ladestraße wurde nun eine Vorabprüfung des vermeintlich anfallenden Aushubmaterials auf Schadstoffbelastungen und Verwertungsfähigkeit vorgenommen. Eine Gefährdungsabschätzung zum Wirkungspfad Boden-Grundwasser zählte dazu. „Wir waren beauftragt, ergänzende Untersuchungen zu machen“, betonte Martin Baumann. Umfangreiche Gutachten seien bereits in den Jahren 1998 bis 2005 erstellt worden mit dem Ergebnis, dass für Menschen keine Gefahr bestehe, was den Wirkungspfad Boden-Mensch betreffe.

Bagger eingesetzt

Die neuen Untersuchungen sind nun erfolgt. Auf den Flächen für Grundschule und Sporthalle sowie Kindertagesstätte wurde der Boden mit einem Bagger ausgekoffert. Laut Martin Baumann gab es acht sogenannte Baggerschürfe auf dem künftigen Schulgelände. Es wurde eine bis zur Kleischicht reichende und bis zu zwei Meter tiefe Grube ausgehoben. Zwar sei die Belastung mit Schwermetallen nachgewiesen worden, so der Sachverständige. Der Aushub könne aber noch stofflich verwertet werden, wobei die Verwertungsfähigkeit des Aushubs allerdings eingeschränkt sei. Eine Gefährdung der Menschen durch Schadstoffe im Boden schloss er aus. „Je tiefer wir gruben, desto besser wurden die Werte“, sagte er. Es gebe auch keinen Verdacht, dass Schadstoffe in die Luft oder ins Wasser gelangt seien.

Kein Risiko

Auf der Fläche östlich der Ladestraße, auf der die Kindertagesstätte der katholischen Kirche entstehen soll und die die Kirche kaufen möchte, fanden laut Martin Baumann elf Schürfe statt. Dabei wurden auch sechs Einzelproben aus tieferen Schichten genommen. „Es besteht kein Risiko fürs Grundwasser“, merkte Martin Baumann auch für dieses Areal an. Die ermittelten Werte für dieses Grundstück lägen auch noch im Toleranzbereich. Der Boden dort sei jedoch etwas höher mit Teeröl belastet, als der nordwestliche Bereich.

Des Weiteren wurden 16 Kleinbohrungen in der Kleingartenanlage südwestlich der Ladestraße sowie sechs Kleinbohrungen südöstlich der Ladestraße gesetzt. Auch diese Grundstücke gehören der Infrastruktur- und Entwicklungsgesellschaft Aedificia, spielen aber bei den geplanten Baumaßnahmen noch keine Rolle. Höhere Schadstoffwerte wurden dabei in einem zugeschütteten Graben auf dem Kleingartengelände und punktuell höhere Belastungen östlich der Ladestraße gemessen.

Boden abtragen

Nach groben Schätzungen von Martin Baumann muss Boden abgetragen werden. Er sprach – grob geschätzt – von etwa 9700 Kubikmetern der Zertifizierungsklasse Z1 sowie 6650 Kubikmetern der Klasse Z2. Diese Böden ließen sich beispielsweise noch als Grundlage für den Wegebau oder als Grundlage für einen Lärmschutzwall verwenden, und von 3350 Kubikmetern der Klasse Z3. Dieser Boden ist höher belastet und muss gesondert abgefahren und deponiert werden. Höhere Kosten fielen dadurch an.

kindergarten bauen

Wer aber soll für den Aushub beziehungsweise die Entsorgung der betroffenen Böden aufkommen? Man werde darüber mit dem Eigentümer vor dem Kauf der Grundstücke verhandeln, betonte Bürgermeister Michael Kurz. Darüber sei man sich mit der katholischen Kirche einig. Es gebe aber noch keinen 100-prozentigen Zeitplan, was den Schulneubau betreffe. „Wir brauchen noch einen Bebauungsplan“, so der Bürgermeister während der Ausschusssitzung. Fest stehe, dass die Stadt und die Kirche einen identischen Kaufvertrag für die Grundstücke hätten und nur Grundstücke kaufen würden, deren Böden problemlos seien.

Ulrich Schlüter
Ulrich Schlüter Redaktion Brake
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