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Flüchtlinge Iraker arbeitet an seiner Integration

Marco Busch

Brake/Rodenkirchen/Berne - Im jüngsten Bericht zur Flüchtlingssituation der Stadt Brake wird erwähnt, dass die Aufnahmequote für das Jahr 2017 bei weitem nicht ausgeschöpft worden ist. Die Quote wird mit rund 60 Menschen (370 für den gesamten Landkreis Wesermarsch) beziffert. Es erfolgte bisher aber nur eine Zuweisung von zehn Personen. Trotzdem müssen die bereits in der Wesermarsch lebenden Flüchtlinge integriert werden. Und zahlreiche Initiativen, Organisationen und Einzelpersonen versuchen dies täglich.

Flucht mit der Familie

Wie Integration langfristig gelingen kann, zeigt das Beispiel von Luay Jany. Der 39-Jährige steht stellvertretend für viele Flüchtlinge, die vor zwei Jahren in der Wesermarsch Schutz gefunden haben. Zusammen mit seiner Frau und seinen vier Kindern ist er aus der irakischen Hauptstadt Bagdad geflohen. Derzeit wohnt die Familie in Berne. In seiner Heimatstadt lebte er in steter Angst um Leib und Seele und sah keinen anderen Ausweg mehr als den der Flucht. Seine Startvoraussetzungen waren dabei verhältnismäßig gut: Im Irak hat er eine Ausbildung zum Fräser gemacht und in diesem Bereich jahrelang gearbeitet.

Nach seiner Ankunft in der Wesermarsch wurde Jany die Teilnahme an dem ESF-Projekt „Fachkraft-Wesermarsch“ ermöglicht. Das von Zeit & Service in Brake durchgeführte Qualifizierungs-Projekt umfasst mehrere theoretische und fachpraktische Module mit dem Ziel, Menschen auf den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt vorzubereiten. Driss Maaziz ist Projektmitarbeiter bei „Integra 4.0“. Es erfordere zunächst viele Wochen der Vorbereitung, um Teilnehmer wie Jany auf die Gepflogenheiten der deutschen Kultur vorzubereiten, berichtet er. Das sei aber nicht ungewöhnlich, da Flüchtlinge sich von heute auf morgen auf eine vollständig andere Kultur umstellen müssten. Dabei ist von Vorteil, dass Maaziz ein Mitbürger mit Migrationshintergrund ist und von eigener Anschauung weiß, mit welchen Problemen die neu Ankommenden am Anfang konfrontiert werden. Im Rahmen des Projekts musste Jany unter anderem ein Praktikum absolvieren, welches er bei der Metallbau Peters GmbH in Rodenkirchen antrat, und welches sich für ihn als Glücksfall erweisen sollte.

Jany hat sich während des Praktikums mehr als gut in die Abläufe der Firma integriert, dass er einen festen Arbeitsplatz bekommen hat. Jany sprach anfangs noch wenig Deutsch. Er brachte aber den Willen mit, sich mit Fleiß, Geduld und Zuverlässigkeit in den Arbeitsablauf der Metallbaufirma zu integrieren.

Das blieb Geschäftsführer Onno Peters nicht unbemerkt und wurde mit einem Arbeitsvertrag belohnt. Peters hat in seinem Leben bereits in zahlreichen Ländern gearbeitet und weiß aus eigener Anschauung, wie wichtig das Aufeinanderzugehen ist. Letztendlich wollten die Menschen unabhängig von der Nationalität meist die gleichen Bedürfnisse befriedigt wissen: ein sicheres Zuhause, eine Familie und genügend zu Essen. Aufgrund seiner Lebensgeschichte und Erfahrungen versucht Peters daher seinen Teil für eine erfolgreiche Integration neuer Mitbürger zu leisten. In der Metallbaufirma sind momentan 23 Mitarbeiter angestellt, davon stammen fünf Leute aus anderen Ländern. Luay Jany ist einer von ihnen.

Sprache ist unabdingbar

Die Integration erfolgt bei Peters jedoch nicht allein auf der Arbeitsebene. Vielmehr wird versucht, innerhalb der Belegschaft ein „Wir-Gefühl“ zu erzeugen. Erreicht wird das durch gemeinsame außerbetriebliche Aktivitäten und das Finden von individuellen Lösungen bei Schwierigkeiten.

Bei Luay Jany wird auch noch an den sprachlichen Fähigkeiten gearbeitet. Einmal in der Woche wird er vom Arbeitgeber freigestellt und besucht einen Sprachkursus. Die deutsche Sprache ist dabei unabdingbar für eine erfolgreiche Integration, und daher wird ein nicht unerheblicher Teil in die Sprachausbildung investiert.

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