Braunschweig - Der ehemalige Wolfsburger Polizeichef Hans-Ulrich Podehl geht gegen seine Verurteilung wegen Bestechlichkeit vor. Sein Verteidiger, Thorsten Grunow, sagte am Dienstag, dass er für seinen Mandanten Revision eingelegt habe. Podehl war in der vergangenen Woche vom Landgericht Braunschweig schuldig gesprochen worden und soll 11 400 Euro Geldstrafe zahlen.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Ex-Polizeichef einer Mitarbeiterin des Landeskriminalamtes (LKA) im Jahr 2012 eine Stelle angeboten hat, verbunden mit der Frage, ob sie bereit sei, sich „hoch zu schlafen“. Der 63-jährige Podehl weist diesen Vorwurf zurück. Über die eingelegten Rechtsmittel berichtete zunächst die „Braunschweiger Zeitung“. Ziel ist, dass der Bundesgerichtshof das Urteil auf mögliche Fehler überprüft.

Das Ermittlungsverfahren gegen den Ex-Polizeichef war im Herbst 2016 eingeleitet worden. Kurz zuvor hatte die Staatsanwaltschaft ein anderes Verfahren wegen Stalking-Vorwürfen gegen Podehl eingestellt. Die Affäre hatte Wellen bis ins Innenministerium geschlagen. Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte den Braunschweiger Polizeipräsidenten ins Ministerium zitiert. Auch im Landtag hatte Pistorius zu der Affäre Rede und Antwort gestanden.