Bad Zwischenahn - Es dauerte, bis eine Reaktion bei den fast 200 Bürgern kam, die Montagabend den Ausschuss für Planung, Energie und Umwelt in der „Querensteder Mühle“ verfolgten. Anscheinend konnten sie ihr Glück nicht fassen – oder sie hatten den Beschlussvorschlag der Verwaltung nicht richtig verstanden, den Fachbereichsleiter Carsten Meyer verlas: „... wird ein Handlungsbedarf zur weiteren Begutachtung der diskutierten Flächen derzeit nicht gesehen“, hieß es darin.

Applaus brandete erst auf, als Karl-Heinz Hinrichs (SPD) seine Ausführungen Minuten später mit den Worten beendete: „So lange kein schlüssiges Konzept zur Umsetzung der Energiewende vorliegt und keine gesetzlichen Vorgaben es erfordern, sollten wir keine weitergehenden Untersuchungen einleiten.“ Und da sich alle weiteren Redner in der Sache ähnlich äußerten, war etwas vom Tisch, wovor viele Bürger im Gemeindesüden Angst hatten – und das nach der Windkraftpotenzialstudie des Landkreises grundsätzlich möglich wäre: die Errichtung von Windkraftanlagen in Querenstede, Dänikhorstermoor und Ekernermoor.

Landschaftsplaner Johannes Ramsauer hatte zuvor positive und einschränkende Kriterien für die potenziell geeigneten Flächen im Landkreis erläutert. Demnach lägen die Zwischenahner nicht an der Spitze, aber „im oberen Drittel“. Er betonte aber auch, dass noch keine Untersuchung zu Flora und Fauna stattgefunden habe, ebenso wenig wie eine Bewertung der Erholungsfunktion. Wie mit der umgegangen werde, obliege der kommunalen Planung.

Die wird es (zunächst) aber nicht geben. Alle Fraktionen verwiesen darauf, dass vor dem Bau weiterer Windkraftanlagen zunächst Fragen der Infrastruktur und Speicherung geklärt werden müssten. „Auf Bundesebene sind die Hausaufgaben zu machen“, meinte Ludger Schlüter (Grüne). „Dann können wir uns in einigen Jahren wieder hinsetzen.“ Diethard Dehnert (UWG) verwies auf die Einschränkungskriterien, die es für fast alle Gebiete gebe. Ausschussvorsitzender Peter Kellermann-Schmidt (CDU) fasste das Votum, das vom Verwaltungsausschuss noch bestätigt werden muss, zusammen als „klares Statement, dass jetzt und in nächster Zukunft nichts gemacht wird“.

Dass auch die gut besuchte Veranstaltung der Bürgerinitiative zu dem Votum beigetragen habe, meinte ein zufriedener Sprecher Arno Grüning. Und Heinz Wessel ergänzte: „Es hat uns positiv überrascht, dass Sie plötzlich verstanden haben. Jetzt haben wir wieder Vertrauen in die Politik.“

Markus Minten
Markus Minten Stadt Oldenburg und Ammerland (Leitung)