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NWZonline.de Nachrichten Politik

Bremer Viertklässler sind das Schlusslicht

14.10.2017

Bremen /Hannover Bremens Viertklässler haben enorme Defizite: Sie schneiden im bundesweiten Kompetenzvergleich in Mathematik, beim Lesen und Zuhören sowie in Rechtschreibung am schlechtesten ab. Der Anteil der Schüler, die mindestens den Regelstandard in allen vier Bereichen erreichten, fällt in Bremen signifikant geringer aus als in Deutschland insgesamt, heißt es in der Studie IQB-Bildungstrend, die die Kultusministerkonferenz (KMK) am Freitag in Berlin veröffentlichte. Die Ergebnisse seien „dramatisch“, betonte Bremens Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD).

Untersucht wurde, inwieweit Viertklässler Bildungsstandards der KMK in Deutsch und Mathematik erreichen. An der Studie hatten knapp 30 000 Schüler der vierten Jahrgangsstufe aus allen 16 Ländern teilgenommen. Zwar sei in fast allen Bundesländern eine negative Entwicklung zu verzeichnen, diese falle in Bremen aber besonders stark aus, räumte Bodegan ein. In Mathematik erreichten mehr als 35 Prozent der Bremer Viertklässler nicht den Mindeststandard. Ihr Können lag damit weit unter dem Bundesdurchschnitt. Die deutlich abgenommenen Leistungen in dem Bereich seien „alarmierend“, sagte Bodegan.

Auch bei Niedersachsens Viertklässlern stellte die Studie Defizite fest. Sie haben vor allem Probleme mit der Rechtschreibung. Knapp 28 Prozent erreichten den Mindeststandard nicht. Manfred Busch, Vorsitzender des Verbandes Niedersächsischer Lehrkräfte, sagte, die Ergebnisse verwunderten nicht: „Eine gute Unterrichtsqualität kann es nur geben, wenn ausreichend Lehrer zur Verfügung stehen. Das ist seit einiger Zeit in Niedersachsen leider nicht der Fall.“ Am wenigsten Probleme hatten die Viertklässler in Niedersachsen beim Zuhören. In dem Bereich schnitten sie ähnlich gut ab wie der bundesweite Durchschnitt.

Laut der Studie haben sich Deutschlands Viertklässler insgesamt innerhalb der vergangenen fünf Jahre im Schnitt in Mathematik, beim Zuhören und in Rechtschreibung verschlechtert. Die Lesekompetenz ist dagegen im vorigen Jahr auf ähnlichem Niveau geblieben wie 2011.

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