Bremen - Jubel im Osten, Fiasko im Westen: Während die AfD am Sonntagabend ihren Erfolg bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen feierte, hat der Bremer AfD-Landesvorsitzende Frank Magnitz (67) die Fraktion in der erst vor drei Monaten neugewählten Bürgerschaft platzen lassen. Zusammen mit den Abgeordneten Uwe Felgenträger und Mark Runge erklärte er den Austritt aus der fünfköpfigen Fraktion, die ihren Status damit verliert. Auslöser ist ein Kräftemessen zwischen Magnitz und Fraktionschef Thomas Jürgewitz vor dem Hintergrund des mäßigen Abschneidens der AfD bei der Bürgerschaftswahl.

Bremen sei nun das einzige Landesparlament, in dem die AfD nicht als Fraktion vertreten sei, erklärten die drei Abgeordneten am Montag. Trotz des parteiinternen Streits wollten sie aber als Gruppe in der Bürgerschaft bleiben. Mit dem Verlust des Fraktionsstatus’ büßt die AfD aber finanzielle Mittel ein, teilte eine Bürgerschaftssprecherin mit.

Magnitz reagierte unterdessen nicht auf eine Aufforderung des AfD-Bundesvorstands, sich zwischen seinem Bundestags- und seinem Landtagsmandat zu entscheiden. „Der Bundesvorstand ist nicht das Organ, so etwas zu fordern“, sagte er. Der Bundesvorstand hatte ihm eine Frist bis zum 1. September gesetzt und mit Ordnungsmaßnahmen gedroht. Über mögliche Schritte gegen Magnitz könnte nach Angaben aus Parteikreisen bereits diese Woche entschieden werden.

Bei der Bürgerschaftswahl am 26. Mai hatte die AfD 6,1 Prozent erreicht. Wegen dieses vergleichsweise schlechten Ergebnisses rumort es im Bremer Landesverband seit Längerem. Klarheit soll am 15. September ein Parteitag bringen. Jürgewitz (60), der Stellvertreter von Magnitz als Parteichef ist, schloss nicht aus, dass er für den Posten des Landesvorsitzenden kandidieren werde.

Das Zerbrechen der Fraktion bedeutet für die AfD in Bremen ein Déjà-vu: 2015 nämlich war die parlamentarische Gruppe nicht einmal zwei Wochen nach ihrem ersten Auftritt im Bremer Landtag erheblich geschrumpft. Drei der vier Abgeordneten hatten der Partei damals den Rücken gekehrt, ihr Mandat aber behalten, um eine neue Gruppe zu gründen.