Bremen - In der Bremer AfD formiert sich offener Widerstand gegen Landeschef Frank Magnitz. Sein Stellvertreter Thomas Jürgewitz bekräftigte am Montag die hohe Unzufriedenheit im Landesvorstand mit dem Abschneiden der AfD bei der Bürgerschaftswahl in der Stadt Bremen. „Die Mitglieder erwarten von Frank Magnitz Erklärungen und die Übernahme der Verantwortung als Spitzenkandidat für dieses Ergebnis“, hieß es am Montag in einer Pressemitteilung. Auf die Nachfrage, ob dies als Rücktrittsforderung zu verstehen sei, sagte Jürgewitz am Montag: „Das kann man so sehen.“
Klarheit soll nun am 15. September ein Parteitag bringen. Jürgewitz (60), der auch AfD-Fraktionschef ist, schloss nicht aus, dass er dort für den Posten des Landesvorsitzenden kandidieren werde. Er betonte die mehrheitliche Haltung des Landesvorstandes, dass Magnitz, der sowohl Bundestags- als auch Bremer Bürgerschaftsabgeordneter ist, eines der beiden Mandate bis zum 1. September abgeben sollte. Der Landesvorstand habe sich vor Längerem mit 6 zu 2 Stimmen einer entsprechenden Empfehlung des Bundesvorstandes angeschlossen.
Magnitz (67) ist seit 2015 Chef der Bremer AfD, die bei der Bürgerschaftswahl am 26. Mai mit 6,1 Prozent erstmals in Fraktionsstärke in die Bürgerschaft einzog, aber vor allem in der Stadt Bremen deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb. Der „Weser-Kurier“ hatte am Montag von einer „Zerreißprobe“ und einem „Machtkampf“ in der Bremer AfD berichtet. Der Zeitung hatte Magnitz mit Blick auf eine erneute Kandidatur als Landeschef gesagt, dass die Entscheidung noch nicht gefallen sei. An seinem Doppelmandat wolle er aber festhalten.
